Hückeswagen: Sparkasse kauft Koppelberg-Grundstück

Hückeswagen : Sparkasse kauft Koppelberg-Grundstück

Der Notarvertrag ist unterschrieben: Die Eheleute Bernd und Christiane haben ihr Grundstück an der Ecke Peter- / Goethestraße samt Hotel-Gebäude an die Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen verkauft. Pläne für eine Neubebauung gibt es noch nicht.

Der „Lückenschluss“ ist vollbracht: Mit dem Kauf des Koppelberg-Geländes verfügt die Sparkasse an der Peter- und Goethestraße nun über ein rechteckiges Grundstück. Das mit dem Gebäude der Geschäftsstelle und dem dahinterliegenden Parkplatz war schon in ihrem Besitz, nun ist das Rechteck mit dem Hotel zur Post hinzu gekommen. Weil Christiane und Bernd Koppelberg – die vor dreieinhalb Jahren ihr Restaurant und Café geschlossen hatten, das Hotel aber noch weiterführen – ihr Grundstück samt Hotelgebäude verkaufen wollten, hatte die Sparkasse letztlich zugegriffen. Zum einen, um eben über eine komplette Fläche zu verfügen. Zum anderen, damit es nicht zu einem Spekulationsobjekt wird. Das bestätigte Dorothea Stabolewski, Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, am Mittwoch in einem Gespräch mit unserer Redaktion. „Der Kauf war strategische Absicht.“

Es habe im Vorfeld viele verschiedene Personen gegeben, die Interesse an dem Grundstück gehabt hätten, „auf dem zufällig das Hotel steht“, sagte sie. Darunter seien auch einige Investoren von außerhalb der Schloss-Stadt gewesen. Die Sparkasse habe das Grundstück nun auch deshalb erworben, um es Hückeswagener Investoren anzubieten. Dorothea Stabolewski stellt aber klar: „Verkaufen werden wir es nicht wieder.“ Wer darauf bauen will, muss Erbpacht an die Sparkasse zahlen.

Den Koppelbergs sei es letztlich nicht wichtig gewesen, ob auf dem Grundstück nach dem Verkauf ein Hotel betrieben werde, berichtete die Vorstandsvorsitzende. „Auch uns ist ein Hotel erst einmal nicht wichtig.“ Mit dem Kauf habe die Sparkasse aber jetzt unmittelbaren Einfluss darauf, was auf dem Gelände passiere. „Was da einmal geschieht, wissen wir noch nicht“, versicherte Dorothea Stabolewski. Im Raum stehen aber offenbar verschiedene Ideen von möglichen Investoren aus Hückeswagen.

Mittelständische Unternehmen aus der Schloss-Stadt, aber auch aus den Nachbarstädten, wünschen sich schon seit langem, dass die Kapazität an Hotelzimmern in Hückeswagen deutlich steigt. Das sieht auch die Sparkasse so, zumal ein Gutachten zum Thema „Notwendigkeit eines Hotels“ die fehlenden Kapazitäten bestätigt habe. Vor allem würden die Unternehmen gerne ihre Kunden, Vetriebsmitarbeiter oder Monteure gerne in Hückeswagen unterbringen, aber sie finden hier kaum ein freies Hotelzimmer. „Uns als Sparkasse ist es wichtig, dass der Gedanke nicht fallengelassen wird“, sagte Dorothea Stabolewski mit Bezug auf den Wunsch nach mehr Hotelbetten in der Stadt. Wo im Stadtgebiet letztlich der Standort eine neuen Hotels sein könnte, sei aber noch nicht klar.

Fest steht: „Die Sparkasse baut kein Hotel!“, machte die Vorstandsvorsitzende unmissverständlich deutlich. Vielmehr erwarte sie jetzt Investoren oder Investorengruppen aus der Schloss-Stadt, die der Sparkasse ihre Pläne für eine Bebauung auf dem 700 Quadratmeter großen Grundstück präsentieren. „Für eine Eigennutzung würde uns aber auch etwas einfallen“, versicherte sie lächelnd.

Den Kauf des Nachbargrundstücks will Dorothea Stabolewski zudem als ein festes Bekenntnis zum Standort Hückeswagen verstanden wissen. „Der ist für uns als Sparkasse höchst interessant“, betonte sie. Sie sei stolz darauf, dass es eine so intensive Zusammenarbeit mit den Bürgern und Unternehmen der Stadt gebe. „Außerdem ist unser gesellschaftliches Engagement unverzichtbar“, warf Pressesprecher Michael Scholz ein. Viele Dinge würden in Hückeswagen, aber auch in Radevormwald, ohne die Stiftungen der Sparkasse nicht laufen.