Hückeswagen: Kräftemessen beim Futsal-Turnier in der Montanushalle

Stadtsportverband Hückeswagen : Beim Futsal sind schon Freundschaften entstanden

Seit 20 Jahren freuen sich die Teams des Stadtsportverbandes und der Werkstatt Lebenshilfe auf den sportlichen Wettkampf.

Bereits zum 20. Mal kickten am Sonntag in der Halle der Hückeswagener Montanusschule Mitarbeiter der Wermelskirchener Werkstatt Lebenshilfe (WLH) und des Hückeswagener Stadtsportverbandes (SSV) gegeneinander um den Titel beim Futsal. Das ist die offizielle Bezeichnung des Weltverbandes FIFA für den Hallenfußball – abgeleitet vom südamerikanischen „Futebol de Salao“.

Für die Männer der Wermelskirchener WLH ist das Event jedes Jahr ein absoluter Höhepunkt, auf den sie schon Tage vorher hinfiebern. Normalerweise spielen sie einmal pro Woche unter Leitung von Trainer Detlef Kietzmann auf dem Platz der Bergischen Soccer-Arena. Kietzmann leitet die Truppe auch bereits seit 20 Jahren und ist damit seit Beginn des Turniers dabei. Das gilt auch für einige andere: Thomas Göbbels vom Sozialen Dienst der Werkstatt ist Mit-Organisator und hat lange Jahre selber gespielt. Mittlerweile überwacht er als Schiedsrichter die Spiele. „Fairness ist den Spielern wichtig, aber gelbe Karten muss ich manchmal auch verteilen, das ist ja auch normal“, sagte er, nachdem er wegen einer Auseinandersetzung eine Verwarnung aussprechen musste.

Ansonsten verlief das Turnier sehr kollegial und fair: Drei Teams – zwei von der WLH und eine vom SSV – spielten in Vor- und Rückrunde in Fünfer-Teams gegeneinander. Während die einen kickten, fieberten die anderen mit und gaben vom Spielfeldrand aus Tipps. Dabei setzten sich die Teams aus Betreuern und Männern der Lebenshilfe zusammen. „Für sie ist es jedes Jahr ein besonderer Moment, da sie in ihrem Alltag häufig unter sich bleiben, bedingt durch die Arbeit in der Lebenshilfe und das Leben in Wohnheimen. Das gilt auch für die Mitarbeiter des SSV. Viele von ihnen haben kaum Kontakt zu Menschen mit Behinderungen, aber gerade dieser selbstverständliche Umgang ist so wichtig“, meint Kietzmann.

Das Turnier ist für die Spieler auch deshalb ein Höhepunkt zum Abschluss des Jahres, „weil wir alle zusammentreffen. Es sind schon Freundschaften entstanden, und die Emotionen beim Fußball sind immer wichtig“, sagt Paulo Ferreira, der vor 15 Jahren in der WLH anfing und sofort Teil der Mannschaft wurde. Noch länger dabei ist Benedikt Kötter. 29 Jahre gehört er zum Team, und immer noch freut sich der Torwart auf das Futsal-Event, besonders auf das Aufeinandertreffen mit der Gastgeber-Mannschaft vom Sportverband, einem harten Gegner.

Der holte am Sonntag mit einem Punkt Vorsprung den Sieg und zwar erst im letzten Spiel des Tages. Am Ende waren sich alle einig: Nach 20 Jahren denkt niemand ans Aufhören. Das 21. Turnier kann kommen!