Hückeswagen: Frauenchor Schückhausen meistert Premiere

Konzert in Hückeswagen : Frauenchor Schückhausen meistert Premiere

Das katholische Gemeindehaus St. Mariä Himmelfahrt war am Samstagnachmittag zu einem besonderen Adventskonzert voll besetzt.

„Boah, die Hütte ist voll!“ – etwas überrascht, aber in positivem Sinne, waren am Samstagnachmittag die Damen des Frauenchors Schückhausen, denn das Gemeindehaus der katholischen Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt Kirche war voll besetzt. „Wir sind komplett ausverkauft“, berichteten die Damen hocherfreut. Diese Tatsache war deswegen für alle so besonders, da es sich bei dem Adventskonzert um das erste eigene Konzert der Sänger überhaupt handelte. Natürlich hatten sie das Jahr über immer einmal wieder bei verschiedenen Gelegenheiten kurze Auftritte gehabt, doch nie als einziger Act des Tages. Eine Tatsache, die natürlich Druck auslöste und für reichlich Nervosität sorgte, was den Sängerinnen anfangs auch anzumerken war. Doch nach wenigen Liedern legte sich die Aufregung.

„Lampenfieber muss vor einem Konzert da sein, weil man dann viel aufmerksamer ist. Ohne wird es nicht gut“, sagte Kerstin Streppel. Für sie dürfte die Aufregung besonders groß gewesen sein, da sie nicht nur im Chor, sondern auch als Solistin auftrat und das gleich zweimal. Doch auch die Sopranistin überzeugte mit ihrer sanften Stimme und erntete viel Applaus und Lob. Das viele Üben zahlte sich für alle aus. Seit Sommer hatten die gut 20 Frauen eifrig mit ihrer Chorleiterin Petra Rützenhoff-Berg geprobt. Man wolle ja auch „ein qualitatives erstes Konzert bieten“, sagte Streppel. Dafür sollte nicht nur der Gesang sitzen, sondern auch das Programm stimmen. Kurzlebig, vielfältig und abwechslungsreich war es. Neben dem Chorgesang und den Sopran-Soli, durften sich die Zuhörer auch über instrumentale Stücke mit Klavier und Querflöte freuen und über die Weihnachtsgeschichte vom kleinen Uhrmacher. Doch der Gesang des Chores sollte natürlich im Vordergrund stehen. Das Repertoire reichte von Klassikern wie „Winterwunderland“ und „Do they Know it`s Christmas“ bis zu modernen Liedern wie dem bekannten Stück über das kleine rotnasige Rentier Rudolph. Zu vielen Stücken lieferte Rützenhoff-Berg Hintergrundinformationen zu Entstehung und Performance der Lieder. Wer hätte gewusst, dass das Lied „Rudolph the red nosed reindeer“ auf Grundlage eines Malbuchs entstanden ist?

Die kleine Liah Hoffmann hätte es wissen können, doch sie war viel mehr daran interessiert, laut bei „Kum Ba Yah“ mitzusingen, was herzliches Gelächter auslöste. Mitsingen durften zum Abschied dann noch einmal alle, aber zuerst wartete der Chor noch mit einigen Highlights auf: Cohens „Hallelujah“ sollte spätestens durch den Film „Shrek“ vielen bekannt sein und gehört mittlerweile fest zum Programm vieler Chöre. Besonders angespannt waren die Sängerinnen jedoch wegen des Liedes „Marry, did you know?“. Ein schweres Stück, wie Rützenhoff-Berg erklärte: „Es kommt auf viele Details an, und das gute Zusammenspiel der Sängerinnen. Das erfordert viel Aufmerksamkeit!“ Diese war bei den Damen vorhanden, sie lieferten einen Gänsehaut-Moment. Besser hätte es für ein erstes Konzert kaum laufen können. Der Meinung war auch die stolze Chorleiterin. „Alle Beteiligten haben zuvor nie in einem Chor gesungen, und wer es kennt, weiß, dass man sich auf diesen Gesang einlassen muss, denn man singt nicht nur seine eigene Stimme, sondern im Einklang mit den anderen“, sagte sie.

Der Chor hat sich zudem erst vor zwei Jahren gegründet und ist damit noch sehr jung. Vertreten sind Frauen und Mädchen allen Alters. Eine bunte Mischung also, die auf der Bühne am Samstagnachmittag jedoch eine klare Einheit bildete. „Ich bin sehr zufrieden!“, sagte Rützenhoff-Berg. „Wir werden auf jeden Fall weitere Konzerte geben“