Hückeswagener Hüttenzauber – wie Altstadtfest in Kalt

Weihnachtsmarkt in Hückeswagen : Hüttenzauber – wie Altstadtfest in Kalt

Vor allem Samstagabend war der Weihnachtsmarkt sehr gut besucht. An über 50 Ständen fanden die Besucher viele unterschiedliche Waren.

Im Vorfeld des Hüttenzaubers hatte es nicht nur in der Stadt, sondern vor allem auch in den sozialen Netzwerken Diskussionen darüber gegeben, ob der Weihnachtsmarkt nicht besser am Schlossplatz aufgehoben wäre. Letztlich war entschieden worden, den Hüttenzauber wie gewohnt am Wilhelmsplatz und auf der Islandstraße zu veranstalten. Und wer etwa am Samstagabend über den Markt schlenderte, kam nicht umhin, seinen Frieden mit der Entscheidung zu machen. Denn zu gemütlich, wenngleich auch bisweilen sehr voll und beengt, ging es da zwischen den mehr als 50 Hütten zu. Und auch im Gespräch auf der Straße war von einem Hüttenzauber am Schlossplatz nicht mehr oft die Rede.

Die Stimmung war gut, das war deutlich zu merken. Etwa am Stand von Anja und Andreas Kölsch am Wilhelmsplatz, wo es nicht nur schöne Holzwaren zu kaufen gab, sondern auch leckere Champignons mit Kräutersoße. Nebenan stand eine große Feuerschale. Um die herum saßen immer wieder Kinder, die über dem Feuer Marshmallows am Stock rösteten – das zuckersüße Äquivalent zum Stockbrot, das weiter oben im Island ebenfalls von Kindern zubereitet werden konnte. Die Marshmallows waren kostenlos, wie Anja Kölsch sagte, wer wollte, konnte aber etwas spenden: „Wir sammeln Geld für das Sommer-Angebot Camp2Go bei der Landeskirchlichen Gemeinschaft Scheideweg.“

Marc Buchholz war mit seiner Frau und den beiden Kindern bei den Marshmallows. „Wir machen einen kleinen Familienausflug auf den Hüttenzauber. Jetzt, wo das Wetter trocken ist, kann man die Zeit ja gut ausnutzen“, sagte Buchholz, der allerdings im Gegensatz zu seinen Kindern keine klebrig-weißen Zuckerstücke wollte, sondern sich lieber ein paar Champignons gönnte. Er möge den Hüttenzauber alleine schon wegen seiner entspannten und geselligen Atmosphäre. „Man trifft hier ganz viele Leute, die man kennt und vielleicht schon länger nicht mehr gesehen hat. Ein bisschen ist es wie ein Altstadtfest in Kalt“, sagte er und lachte. Das sah auch Dorothee Salewski so. „Als Ur-Hückeswagenerin begegne ich hier tatsächlich auch sehr vielen Bekannten, vor allem natürlich dann, wenn das Wetter einigermaßen mitspielt und viel los ist“, sagte sie. Sie genieße es einfach, über den Hüttenzauber zu flanieren. Das Angebot sei natürlich nicht jedermans Geschmack. „Aber ich habe im Kultur-Haus Zach bei der Kulturmesse immerhin ein paar Stulpen gefunden“, sagte sie.

Schon seit einigen Jahren den gleichen Standort hat die Freiwillige Feuerwehr oberhalb des Weberdenkmals. „Ich finde das sehr schön, wir bemühen uns auch immer, den Platz zu bekommen, denn man hat hier einen schönen Blick auf die Islandstraße und das Geschehen dort“, sagte Sören Bender, der am Samstagnachmittag Standdienst hatte. Die Feuerwehr hatte sich etwas Neues einfallen lassen. „Wir haben bei Facebook gepostet, dass jeder, der mit einer eigenen Tasse kommt, von uns den Schuss für seinen Glühwein geschenkt bekommt“, sagte Bender. Hintergrund sei, dass sie in ihrem Stand keine Möglichkeit hätten, die Tassen zu waschen und so auf Einwegbecher angewiesen seien. „Im Zuge der Debatte über den Klimaschutz haben wir uns überlegt, auch etwas zu tun – Greta war in unseren Gedanken“, sagte Bender und lachte. Das Angebot wurde angenommen. „Ja, es waren schon einige Leute mit Tassen da. Aber am Abend werden es bestimmt noch mehr sein – der Schuss passt ja besser zum Abend als zum Nachmittag“, sagte Bender.

Am Kultur-Haus Zach sollte eigentlich die Lebendige Krippe ihren Platz beziehen. Doch von den Tieren war nichts zu sehen. „Die Betreiber waren heute Vormittag, eine Stunde vor Eröffnung des Hüttenzaubers, hier und wollten den ganzen Parkplatz benutzen. Das war so aber nicht abgesprochen, da wir auch einen Fluchtweg brauchten und außerdem den Zugang zur Musikschule freihalten wollten“, sagte Stefan Noppenberger vom Trägerverein. Da keine zufriedenstellende Lösung gefunden werden konnte, waren die Standbetreiber unverrichteter Dinge abgezogen. „Es ist schade, weil die Krippe ein Publikumsmagnet für die Kulturmesse gewesen wäre“, sagte Noppenberger.

Wer den Samstag für einen Bummel über den Hüttenzauber genutzt hatte, war am verkaufsoffenen Sonntag glücklich über die Entscheidung, denn der zweite Advent war doch leider sehr verregnet, was viele Besucher abhielt. Erst nachmittags besserte sich das Wetter.