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THW Hückelhoven: Bundesverdienstkreuz für Frank Blockhaus

Engagierter Ehrenamtler des THW aus Hückelhoven : Verdienstkreuz für Frank Blockhaus

Er sei souverän und analysiere im Hintergrund, sagt Hückelhovens Bürgermeister Bernd Jansen über Blockhaus. Warum er eine „Legende zu Lebzeiten“ ist.

Er reist bis ans andere Ende der Welt, um Menschen in Not zu helfen. Beim Aufbau eines Ebola-Camps in Westafrika und eines Flüchtlingscamps im Nordirak war er ebenso beteiligt wie an ehrenamtlichen Einsätzen des Technischen Hilfswerks (THW) nach dem schlimmen Jahrhundert-Erdbeben in Mexiko oder nach dem verhängnisvollen Einsturz des Kölner Stadtarchivs.

Frank Blockhaus zögert keine Sekunde, wenn er gebraucht wird. In 30 verschiedene Länder haben den engagierten THWler seine unterschiedlichen Hilfseinsätze schon geführt. Sein Abstützsystem für einsturzgefährdete Häuser namens Frablo (eine Abkürzung seines Namens Frank Blockhaus) wird weltweit eingesetzt.

Jetzt wurde der selbständige Tischlermeister und dreifache Vater mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. In der vorübergehenden Unterkunft der Hilfsorganisation, der ehemaligen Rundwäsche der 1997 stillgelegten Zeche Sophia-Jacoba, nahm der engagierte Ratheimer die hohe Auszeichnung aus den Händen des Heinsberger Landrats Stephan Pusch entgegen, der dem Geehrten ein hohes Ausmaß an Einsatzbereitschaft bescheinigte. THW-Ortsbeauftragter Ulrich Essers fehlte aus gesundheitlichen Gründen bei der offiziellen Verleihung, die wegen Corona schon einmal verschoben worden war. Vertreten wurde der Hückelhovener THW-Chef von seinem Vorgänger Michael Andres, der mit etwas Wehmut an die alte Unterkunft in der Millicher Straße erinnerte, in der die Feierstunde eigentlich noch als letzte Veranstaltung am bisherigen Standort stattfinden sollte. „Nach 42 Jahren wollten wir uns von dort verabschieden“, sagte Andres.

 Frank Blockaus vom Technischen Hilfswerk bekam von Landrat Stephan Pusch das Bundesverdienstkreuz überreicht.
Frank Blockaus vom Technischen Hilfswerk bekam von Landrat Stephan Pusch das Bundesverdienstkreuz überreicht. Foto: Laaser, Jürgen (jl)
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Seit Anfang Januar dient die frühere Kohlenwäsche der Ratheimer Zentralschachtanlage als neue Bleibe für die blauen Fahrzeuge, Ausrüstung und Büros. Das ehemalige Verwaltungsgebäude soll in etwa 18 Monaten, so Andres, für THW-Zwecke umgebaut sein. Eine neue Fahrzeughalle soll in unmittelbarer Nachbarschaft entstehen. Nach langem Leerstand werde die frühere Wäsche nun wieder genutzt.

Er freue sich darüber, dass das THW so gut untergekommen sei, bekräftigte Landrat Stephan Pusch in seiner Ansprache. Durch intensive Lehrgangsbesuche habe sich Frank Blockhaus das notwendige Fachwissen angeeignet. Der 61-Jährige habe eine Schnelleinsatztruppe aufgebaut und sei gefragter Ansprechpartner für Gebäudesicherheit. Bei bautechnischen Fragen nach Bränden berate er auch die Feuerwehren. „Frank Blockhaus hat die Geschichte des THW beeinflusst“, betonte Pusch. „Er ist ehrenamtlicher Helfer mit Leib und Seele und verkörpert die Ideale des THW.“

Mit der Ehrenurkunde für 40-jährige Mitgliedschaft in der Hilfsorganisation zeichnete ihn der Landesbeauftragte Nicolas Hefner aus.

Blockhaus sei „eine Legende zu Lebzeiten“, machte Bundestagsabgeordneter Wilfried Oellers deutlich. Und: „Das Ehrenamt ist unschätzbar und unbezahlbar.“ Auch Bürgermeister Bernd Jansen weiß Frank Blockhaus zu schätzen. „Wenn es stressig wird, behält er die Ruhe und die Übersicht, er bleibt souverän und analysiert, wirkt eher im Hintergrund, er ist ein Glücksfall für das THW“, so beschrieb der Erste Bürger den neuen Bundesverdienstkreuzträger. Die Sandsäcke, die diesmal als Dekoration dienten, erinnerten den Verwaltungschef an eine außergewöhnliche Krisensituation, in der er als Leiter des Hückelhovener Krisenstabs mit Blockhaus zusammenarbeitete: das Hochwasser im vergangenen Sommer. „Dabei wurde Unmenschliches geleistet.“

Seit mehr als 50 Jahren gibt es in Hückelhoven das THW. Seit dieser Zeit stellt der Ortsverband eine wichtige Säule im Bevölkerungsschutz des Kreises Heinsberg dar. Immer öfter aber wird die Hilfe auch über die Stadtgrenzen hinaus gefordert, nicht selten auch im Ausland.