Fund im Feld bei Doveren: Bussarde im Kreis Heinsberg vergiftet

Fund in Hückelhoven : Tote Bussarde im Feld bei Doveren – Labor findet Gift in Greifvögeln

Bei obduzierten Mäusebussarden hat ein Krefelder Untersuchungsamt Gift festgestellt. Komitee gegen Vogelmord bittet Zeugen, Fundorte oder Köder zu melden.

Im Kreis Heinsberg sind nach Angaben des Komitees für Vogelmord wieder „mehrere Greifvögel von Kriminellen vergiftet“ worden. Wie Pressesprecher Axel Hirschfeld mitteilt, wurden nach Hinweisen aus der Bevölkerung bei Hückelhoven und Dremmen insgesamt drei tote Mäusebussarde eingesammelt und zur Analyse dem Chemischen Veterinär- und Untersuchungsamt (CVUA) in Krefeld übergeben. Ein weiterer toter Greifvogel wurde aus Wegberg-Uevekoven gemeldet, konnte aber nicht mehr rechtzeitig geborgen werden. Aus den Vorjahren wurden auch dem NABU immer wieder tote Vögel gemeldet – erschossen, vergiftet, in einer Falle verhungert.

Für zwei Vögel, die Spaziergänger am 7. Januar auf einem Acker unweit des Doverener Sportplatzes gefunden hatten, liegt ein erstes Ergebnis vor. „Aufgrund der erhobenen pathomorphologischen Befunde besteht der dringende Verdacht des Vorliegens einer Intoxikation durch eine akut toxische Substanz“, so die Veterinäre des Landesamtes in ihrem Gutachten. Um die Art des Giftes zu ermitteln, wurden Gewebeproben beider Tiere sowie des Köders an die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) nach München geschickt. Das Komitee empfiehlt Hundebesitzern und Spaziergängern, im Raum Doveren auf mögliche Köder wie zum Beispiel Kadaver von Tauben oder Hasen und Schlachtabfälle zu achten. Zeugen werden gebeten, tote Greifvögel oder mutmaßliche Giftköder zu fotografieren und die Bilder zusammen mit dem genauen Fundort beim Komitee gegen den Vogelmord (E-Mail komitee@komitee.de, Telefon 0228 665521) zu melden.

„Die Vergiftung und sonstige Tötung von allen in Deutschland heimischen Greifvögeln ist eine Straftat, die mit hohen Geldstrafen oder bis zu fünf Jahren Freiheitsentzug bestraft werden kann“, unterstreicht Pressesprecher Axel Hirschfeld. „Als Täter treten immer wieder Taubenzüchter, Hühnerhalter und Jäger in Erscheinung, die Greifvögel als Schädlinge betrachten“, heißt es weiter in der Pressemitteilung. Der Kreis Heinsberg sei mit 132 offiziell bekannt gewordenen Opfern seit 2005 bundesweit eine der Hochburgen der Greifvogel-Wilderei. Die Dunkelziffer der unbemerkt gebliebenen Verfolgungen schätzt das Komitee auf mindestens das Zehnfache. Trotz vieler Strafanzeigen und Ermittlungsverfahren konnte im Kreis Heinsberg kein Täter ermittelt und rechtskräftig bestraft werden.