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Hilden/Haan: Handel mit Raketen und Böllern läuft

Hilden/Haan : Handel mit Raketen und Böllern läuft

Seit Freitag darf Silvester-Feuerwerk verkauft werden. Die Auswahl ist groß. Die Polizei mahnt zu großer Vorsicht und Rücksichtnahme.

Noch zweimal schlafen, dann ist Silvester. In der Neujahrsnacht steigen Millionen Raketen in den Nachthimmel und lassen es unzählige Böller, Kanonenschläge, Knallfrösche und wie sie alle heißen so richtig krachen. Seit gestern darf das Feuerwerk verkauft werden. Ob beim Lebensmittel-Discounter oder im Baumarkt, beim Ein-Euro-Laden oder im Kaufhaus — überall gibt es jetzt den Explosivstoff, mit dem traditionell das neue Jahr begrüßt wird.

Das Sortiment ist vielfältig. Beim Großhändler Fegro, wo seit Ende November Raketen und Böller an Wiederverkäufer abgegeben werden, enthält die Bestellliste 64 Posten. Das Spektrum reicht vom Päckchen Wunderkerzen für rund 50 Cent bis hin zur "Hong Kong Night" mit einer Verkaufspreisempfehlung von 149 Euro.

Um dem pyrotechnischen Laien Orientierung zu geben, hat der Lieferant "Comet" eigene Mitarbeiter zur Beratung an die Oststraße in Hilden geschickt. Manfred Jope etwa fragt nach den Vorstellungen der Kunden und empfiehlt dann etwas Passendes. "Der Trend geht nach wie vor zu den Batterien", weiß Frank Königs, der seit 32 Jahren bei der Fegro arbeitet. Aber: "Gerade junge Leute wollen mehr ,arbeiten' und nehmen wieder mehr Raketen", fügt Comet-Promoter Jope hinzu.

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"Ich interessiere mich für eine Batterie", sagt Kunde Peter Wischnewski. Der Künstler aus Solingen hat dafür einen ganz einfachen Grund: "Da zündet man einmal an und hat Ruhe zum Gucken." Das wird er bei einer privaten Feier mit acht Pärchen tun. Die teilen sich den Preis von rund 50 Euro. Der Preis ist auch für Achim Königs ein Kriterium. Gerade sucht er mit seinem Sohn Tobias das Silvesterfeuerwerk aus. Im Einkaufswagen liegt ein 185-teiliges Sortiment — laut Aufdruck ist "alles drin, alles dran". Vater und Sohn halten noch Ausschau nach kindertauglichen Dingen mit Knalleffekt. Die Wahl fällt auf Knallerbsen. Anzünden darf der Grundschüler die Raketen selbst noch nicht.

Der Platz, den die geleerten Adventskalender an der Wohnzimmerwand eingenommen haben, könnte jetzt noch mit einem "Count-Down-Kalender" gefüllt werden. Der erleichtert dem Nachwuchs das Warten aufs Böllern. Beginnend am 24. Dezember darf jeden Tag bis zum 31. Dezember ein Türchen geöffnet werden, hinter dem ein Päckchen Kinderfeuerwerk wartet.

Für "pyrotechnische Gegenstände der Klasse II", so die offizielle Bezeichnung für Silvesterfeuerwerk, gelten strenge Regeln. Es darf nur von Personen abgebrannt werden, die mindestens 18 Jahre alt sind. Und das auch nur am 31. Dezember und 1. Januar; es sei denn, sie haben nach Paragraph 2 der Sprengverordnung eine besondere Erlaubnis dafür. Feuerwerk darf in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen nicht abgebrannt werden. Hausbesitzern rät die Polizei, zur Feuerwerkszeit alle Fenster zu schließen, damit verirrte Feuerwerkskörper nicht in die Räume fliegen können.

Feuerwerkskörper gehören nicht in Kinderhand, mahnt die Kreispolizei. Aus gutem Grund. "Gefahr durch Feuer oder Splitter, Spreng- und Wurfstücke", heißt es in den Warnhinweisen auf den Verpackungen. Die ernst zu nehmen, fällt bei kleinen Lady-Krachern vielleicht schwerer als beim Aufdruck: "Ultrapower. Mehr als 400 Gramm Explosivmasse!"

So martialisch der Produktname "Night Attack" für die Batterie mit 138 Schuss im Haaner Hagebaumarkt (knapp 100 Euro) klingt, so versöhnlich liest sich die Beschreibung der in drei Abbrennphasen entstehenden Himmelsbilder: "Goldbrokat und Silberpalme", gefolgt "von einem Finale aus goldenen Chrysanthemen-Effekten".

(RP/ac)