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Haan: Lehrer schreibt zehn Geschichten zu jeder Stadt im Kreis Mettmann

Geschichten aus dem Kreis Mettmann : Als die Busse in Haan noch anders fuhren

Ein Lehrer aus Monheim hat zu jeder Stadt im Kreis eine Geschichte geschrieben. Das Buch trägt den Titel „Letzter Bus ab Gruiten-Dorf“ und zeigt, dass früher die Uhren noch anders tickten.

Angefangen hat alles damit, dass Jörg Schwenzfeier die Portraits der Städte aus dem Kreis Mettmann auffielen, die die Rheinische Post anlässlich ihres 75-jährigen Jubiläums in regelmäßigen Abständen publizierte. „Ich habe sie alle gelesen und sogar gesammelt“, erzählt der 61-Jährige. Diese Portraits haben den Lehrer und Autor inspiriert, ganz eigene Geschichten zu schreiben.

„Bei dem Gruitener Bericht bin ich hängen geblieben“, verrät er. Es war die Anekdote über die Schwanenschenke, die für ihre Gäste eine Laterne ins Fenster stellte, damit der Bus nicht ohne sie abfuhr, die Jörg Schwenzfeier nicht mehr losließ. „Ich dachte mir, man sollte doch mal festhalten, wie die Uhren damals langsamer tickten.“

Da durch die Corona-Pandemie in den Ferien keine Klassenarbeiten zu korrigieren waren, hatte Jörg Schwenzfeier plötzlich auch die nötige Zeit, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. So nahm er sich die einzelnen Stadt-Portraits vor und entwickelte eigene Geschichten zu jeder der zehn Städte des Kreises Mettmann. Zuerst entstand natürlich die Haaner Geschichte, die er aus der Sicht des Busfahrers Hellmuth Sanftleben erzählte. „Meistens kommt etwas ganz anderes dabei heraus, als man geplant hat“, erzählt Schwenzfeier. Die Geschichten verselbständigen sich während des kreativen Prozesses und werden so lebendig.

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Das ist den kurzen Texten auch deutlich anzumerken. Der Illustrator Jürgen Scheidsteger erschuf zu jeder Geschichte eine humorvolle Zeichnung, die bereits erste Hinweise auf die Handlung gibt. Entsprechend der ersten Inspiration, bekam das Büchlein den Titel „Letzter Bus ab Gruiten Dorf“ und ist im Scala Verlag erschienen.

Dabei war lange nicht klar, ob der Erscheinungstermin eingehalten werden konnte. „Das Buch wurde und wurde nicht fertig“, erzählt Schwenzfeier. Durch Personalengpässe und Papiermangel zog sich die Produktion in die Länge. Doch am Ende hat es dann doch noch geklappt.

Jörg Schwenzfeier schreibt, seit er denken kann. „Ich habe das genutzt, um mir selbst die Welt zu erklären“, erzählt der Autor, der in Monheim lebt. Durch Familie und Beruf trat die Schreiberei zwar immer mal wieder in den Hintergrund, meldete sich jedoch jedes Mal zurück, wenn Zeit dazu da war. Schon seit vielen Jahren ist er bei den Baumberger Schreiberlingen, einem Kreis von Hobbyschriftstellern, aktiv. Gemeinsam mit Herbert Knöpfel schrieb Jörg Schwenzfeier den Roman „Der zweiunddreißigste Brief“. Das Lyrikbändchen „Just 4“ mit vierundvierzig Vierzeilern erschien im Jahr 2017. Im selben Jahr wurde auch „Der neugierige Ochs“ veröffentlicht -  eine Sammlung von 24 Weihnachtsgeschichten. „Ich verschenke jedes Jahr persönliche Weihnachtsgeschichten an meine Freunde“, verrät der Schwenzfeier. Das sei persönlicher als eine Weihnachtskarte.

Jörg Schwenzfeier arbeitet als Lehrer für Deutsch, Spanisch und Latein an der Gesamtschule Dormagen. Studiert hat er in Düsseldorf, Paris und Madrid. Er ist verheiratet, hat einen Sohn und eine Enkeltochter. „Ich bin ein Familienmensch“, betont er. Wer weiß, vielleicht wird sein nächstes Buch ja ein Kinderbuch …