Klassiker von Shakespeare Schüler bringen Sommernachtstraum auf die Bühne

Haan · Seit einem dreiviertel Jahr studiert die 8. Klasse der Freien Waldorfschule Haan-Gruiten Shakespeares Sommernachtstraum ein. Bis zum Ende der Woche stehen vier Vorstellungen an. Was waren die größten Herausforderungen bei der Inszenierung des Klassikers?

An Shakespeares Sommernachtstraum fanden die Schüler der 8. Klasse schnell Gefallen.

An Shakespeares Sommernachtstraum fanden die Schüler der 8. Klasse schnell Gefallen.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Es geht ein wenig drunter und drüber während der Generalprobe. Aber das muss so sein. Schließlich darf bei der Generalprobe etwas schiefgehen. Denn dann wird die Premiere perfekt. Von daher brauchen sich die Schülerinnen und Schüler der Freien Waldorfschule Haan-Gruiten eigentlich keine Sorgen machen.

Trotzdem ist die Nervosität groß. Drei Wochen lang liefen in der Mehrzweckhalle die Intensivproben. „Wir haben jeden Tag von 8 bis 15.30 Uhr geprobt“, verrät Katharina Scheer, Klassenlehrerin der 8. Klasse und Musiklehrerin. Die Vorbereitungen haben allerdings schon vor einem Dreivierteljahr begonnen. Zunächst ging es darum, ein Theaterstück auszusuchen, das die 8. Klasse einstudieren und aufführen würde. Die Schüler entschieden sich für „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare. Dabei spielte natürlich auch das Kriterium der vielen Rollen eine Rolle. „Wir sind eine große Klasse“, erklärt Luna, die einen Schneider spielt. Insgesamt 30 Schülerinnen und Schüler mussten eine Rolle bekommen. „Die Schüler haben sich die Rollen ausgesucht und jeder hat drei Rollen aufgeschrieben“, erzählt Katharina Scheer. „Ich habe die Rollen dann vergeben. Jeder bekam mindestens eine Rolle, die er sich gewünscht hat.“

Auch der Inhalt stieß auf Begeisterung. „Mir gefällt, dass es unterschiedliche Teile sind, die am Ende alle zusammenkommen. Es hat verschiedene Schichten“, sagt Freya, die die Rolle der Titania spielt und Camille ergänzt: „Und dass es gut ausgeht und alle denken, dass es nur ein Sommernachtstraum war.“ Camille spielt Hermia. Natürlich gab es auch Herausforderungen. „Das Schwierigste war, dass man einen versteht“, verriet Jamie, die einen Handwerker verkörpert. „Auch dass man nach vorne spricht.“ Das sagt auch Camille: „Das laute Sprechen hat uns am Anfang herausgefordert.“ Freya meint: „Auch dass es gespielt wird und nicht nur der Text aufgesagt wird.“

Da hatten die Schüler allerdings tatkräftige Unterstützung durch Bernhard Glose, der als Schauspiellehrer Tipps und Anweisungen geben konnte. Das Timing war ebenfalls eine Herausforderung. „Es ist wichtig, dass jeder auftritt, wenn er dran ist“, erklärte Luna. Und den Text auswendig zu lernen, ist auch nicht jedem so leicht gefallen. Die intensiven Proben waren teilweise recht anstrengend. „Es gibt Tage, an denen man immer wieder alles wiederholen musste, weil Fehler passiert sind“, meint Freya. „Oder auch, wenn man lange warten muss. Das kann dann schon anstrengend sein.“ Andererseits sind die Fehler aber auch eine Chance. „Dadurch konnten wir dazulernen“, sagt Camille. Die intensive Zusammenarbeit sei aber auch eine tolle Erfahrung gewesen. „Dass wir so viel als Klasse zusammen erarbeitet haben, so ein tolles Schauspiel“, erklärt Camille und Freya fügt hinzu: „Wir haben die letzten Wochen jeden Tag zusammengearbeitet. Das war schön.“ Und natürlich hat allen das Schauspielern selbst gefallen.

Für die Technik ist ein kleines Team der Waldorfschule zuständig. Basti gehört dazu. Und zusätzlich hat er noch eine Rolle als Handwerker übernommen. „Ich klatsche mit meinem Kollegen ab und renne dann auf die Bühne“, verrät er. Die musikalische Ergänzung des Stücks hat das Mittelstufen-Orchester übernommen. Auch die Kostüme wurden von den Schülern selbst mitgestaltet. Dabei kam die Handarbeitslehrerin Andrea Wiersch zum Einsatz. Sie hat zusammen mit den Schülern die Kostüme aus dem Fundus angepasst und geändert. „Das sind sehr fleißige Schüler“, lobt sie und schwärmt: „Die Kostümarbeit ist das Highlight der Handarbeit.“ Die Kulissen wurden ebenfalls von den Schülern gestaltet und gemalt, wobei sie von einer Mutter begleitet wurden.

So haben die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse eine komplette Theaterproduktion auf die Beine gestellt. Ein Mammutprojekt. „Das Schauspiel ist der Höhepunkt der 8. Klasse“, betont Katharina Scheer, die das Zusammenwirken von Schülern, Eltern und Lehrern begeisterte. „Wenn Knowhow gefragt war, fand man sich zusammen“, erzählt sie. Und während der Intensivproben wurden alle von den Eltern mit Snacks versorgt.

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