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Haan: Angern gibt nach fast 25 Jahren Awo-Vorsitz ab

Generationswechsel bei der Arbeiterwohlfahrt Haan : Frieder Angern gibt nach fast 25 Jahren Awo-Vorsitz ab

Generationswechsel bei der Arbeiterwohlfahrt Haan: Holger Hackbeil (52) übernahm die Ortsvereins-Führung von Frieder Angern (76).

Es war der 14. Mai 1997 als Frieder Angern den Vorsitz der Arbeiterwohlfahrt in Haan übernahm.  Fast 25 Jahre später -am 5. Dezember 2021 – wird der Vorstand auf der Mitgliederversammlung des Ortsvereins einstimmig entlastet. Neuer Vorsitzender ist der 52-jährige Holger Hackbeil. „Es ist ein Generationswechsel, der da stattfindet“, erklärt Angern. „Das war eine Arbeit, die ich unheimlich gern gemacht habe.“ Nach so langer Zeit im Amt sei es aber Zeit für ein wenig frischen Wind. „Mein Anspruch war es, jeden Tag eine gute bis sehr gute Leistung für unsere Klienten anzubieten“, erklärt Angern.

Eine gebührende Verabschiedung nach einem Vierteljahrhundert als Awo-Chef gibt es nicht – zumindest noch nicht. Dies soll im Frühjahr nachgeholt werden, sofern es die Corona-Situation wieder zulässt. Dennoch bereut Angern seinen Abschied nicht. Er will Jüngeren Platz machen, und so ganz weg ist er auch nicht. Die Gruppe „Mut zur Vorsorge“, in der Menschen Mut gemacht werden soll, sich mit ihrer Zukunft auseineinander zu setzen– dazu gehören auch Themen wie Krankheit, Abschied und Tod – will der 76-Jährige weiter leiten.

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Ein Leben ohne Ehrenamt und soziales Engagement kennt der ehemalige Gymnasiallehrer, der zuletzt auch stellvertretender Schulleiter in Solingen war, kaum. Schon mit 14 hat er sich in der Kinder- und Jugendarbeit eingesetzt, später kam die Soziale Arbeit hinzu. Frieder Angern war auch langjähriges SPD-Ratsmitglied, Fraktionschef und stellvertretender Bürgermeister. Die Erfahrungen, die er dort sammelte, halfen ihm auch so manche Hürde als Awo-Chef zu meistern, insbesondere wenn es um die Finanzen des Wohlfahrtsverbandes ging. „Es war ein stetiger Kampf um Zuschüsse, die Pflege von Kontakten mit der Stadt Haan und dem Kreis Mettmann sowie das Werben von Sponsoren“, berichtet Angern.

Als Frieder Angern 1997 den Vorsitz der Awo übernahm, war der Ortsverein noch an der Turnstraße ansässig. Doch das alte Haus wurde irgendwann für die vielen Gruppen im Treff zu klein. Im Jahr 2000 zog der Ortsverein in die neue Einrichtung an die Breidenhofer Straße 7. Dort war ein gläserner Bau entstanden, der die Offenheit der Arbeiterwohlfahrt symbolisieren sollte. Viele Gruppen und Vereine haben im Awo-Treff für Alt und Jung an der Breidenhofer Straße eine Bleibe gefunden. Ob es die Klöppelgruppe ist, die sich hier wöchentlich trifft, oder die Skat- und Schachfreunde – im Treff übt auch die Awo-Band und der Mieterbund hält Sprechstunden ab. Viele der Ausflüge fallen coronabedingt momentan aus. „Mit einem Internetcafé und Hilfestellung beim Smartphone hat sich die Awo auch digital aufgestellt“, berichtet Angern. Dieses Angebot gegen die Einsamkeit in Zeiten von Corona werde gern angenommen.

Auch für Angern kamen durch die Pandemie neue Hürden hinzu. Zeitweise musste der Treff geschlossen werden.  Die Einkaufshilfe sei in den vergangenen anderthalb Jahren jedoch gut gelaufen. „Wirklich gefreut hat mich, dass das gesamte Team die ganze Zeit über mitgemacht hat“, berichtet Angern. Insbesondere der Service „Essen auf Rädern“ hat stetig die Senioren angefahren.

Bislang gehörte die Arbeiterwohlfahrt fest zum Tagesplan von Frieder Angern. Nun freut er sich, einfach Zeit für sich zu haben, die er dann vielleicht mit einem seiner Hobbies verbringt. Vor 16 Jahren hat er angefangen Klarinette zu spielen, außerdem malt und wandert er gern, verbringt Zeit mit seinen Enkeln. „Mehr freie Zeit, das ist etwas Wertvolles“.