Grevenbroich: Stadtverwaltung stellt keinen neuen Flächennutzungsplan auf

Verwaltung in Grevenbroich : Flächennutzungsplan läuft aus – Stadt sieht keine Neuauflage vor

Die Stadtverwaltung verzichtet darauf, einen neuen Flächennutzungsplan zu gestalten. Der alte Plan stammt aus 2006 und liefert lediglich einen Planungshorizont bis 2020. Dennoch gebe es nach Angaben der Stadt derzeit keinen Grund, von den alten Richtlinien abzurücken.

„Es ist nicht vorgesehen, einen neuen Flächennutzungsplan aufzustellen“, sagt Sprecher Stephan Renner. Früher hätten solche Pläne immer eine gewisse Lebensdauer gehabt, mittlerweile gebe es allerdings keine gesetzliche Pflicht mehr, den Plan nach einem gewissen Zeitraum zu erneuern.

Der Flächennutzungsplan ist ein Instrument der öffentlichen Verwaltung, mit dem die städtebauliche Entwicklung gesteuert werden, die die sozialen, wirtschaftlichen und umweltschützenden Anforderungen miteinander in Einklang bringt. Bei dem Plan selbst handelt es sich um eine grafische Darstellung, in der die bestehenden und zukünftig erwünschten Flächennutzungen dargestellt sind. So werden zum Beispiel Flächen von Wohngebieten, Gewerbegebieten und Ackerflächen dargestellt. Auch Neubauprojekte können in dem Flächennutzungsplan berücksichtigt werden.

Dass es für die Stadt Grevenbroich keinen neuen Flächennutzungsplan gibt, hat auch personelle und finanzielle Gründe. „Eine grundsätzliche Änderung macht zwar Sinn, wenn es bereits viele Anpassungen gibt“, sagt Renner. „Aber die Verwaltung ist personell nicht ausreichend dafür besetzt. Das müssen wir hinten anstellen.“ Statt den Plan in den kommenden Jahren komplett neu aufzulegen, setzt die Stadt auf weitere Änderungen, die vom Rat im Zuge von einzelnen Projekten abgesegnet werden. Bislang wurden 19 Anpassungen vorgenommen. Wie lange eine solche Änderung dauert, hängt von vielen Faktoren ab. Das ist besonders davon abhängig, wie komplex das geplante Vorhaben in der Umsetzung ist. Auch das Mitwirken anderer Behörden, Genehmigungen bei der Bezirksregierung in Düsseldorf oder mögliche Bürgerbeteiligungen spielen eine Rolle.

Derzeit laufen noch neun offene Verfahren, in denen geprüft wird, ob die Nutzung einer bestimmten Fläche geändert werden darf oder nicht. Darunter fallen zum Beispiel neue Gebiete für Windenergie, der Ausbau des Gewerbegebietes Gasthausbusch an der Grevenbroicher Straße oder der Bau des Industrieparks Elsbachtal durch RWE, Duisburger Hafen AG und den Kommunen Jüchen und Grevenbroich, für den circa 19 Hektar rekultivierter Ackerfläche auf Grevenbroicher Stadtgebiet genutzt werden sollen.