Neue Vorschrift ab 2025: Stadt Grevenbroich nimmt Ganztag in Angriff

Neue Vorschrift ab 2025 : Stadt Grevenbroich nimmt den Ganztag in Angriff

Die Stadt Grevenbroich hat die Planungen für den Ausbau der Ganztagsbetreuung an Grundschulen intensiviert. In der nächsten Sitzung des Schulausschusses am 26. Februar wird ein erster Zwischenbericht des beauftragten Beratungsbüros erwartet. Die gesetzliche Vorschrift für Grundschulen ab 2025 sorgt für Probleme.

Der Gesetzgeber sieht ab 2025 vor, dass 75 Prozent der Grundschüler einen Betreuungsplatz in Anspruch nehmen können. Derzeit würden nach Angaben der CDU lediglich circa 45 Prozent der Schüler in Grevenbroich im offenen Ganztag betreut.  Die Fraktion rechnete aus, dass 700 neue Plätze benötigt werden.

Michael Heesch, Erster Beigeordneter und für den Fachbereich Schule verantwortlich, kann genauere Zahlen vorlegen. Im November 2019 besuchten exakt 2444 Schüler die elf Grundschulen in Grevenbroich. Für 1116 Schüler kann derzeit ein Betreuungsplatz sichergestellt werden (45,6 Prozent). Um die 75-Prozent-Quote zu erfüllen, müssten demnach insgesamt 717 neue Plätze geschaffen werden. „Das wird eine gewaltige Herausforderung“, sagt Heesch. Denn es sei nicht immer einfach, neue Plätze zu schaffen.

Sorgen machen dem Ersten Beigeordneten vor allem die fehlenden Kapazitäten an einigen Schulen. Nicht immer könnten einfach neue Räume für die Betreuung zur Verfügung gestellet werden. Denn nicht jede Schule hätte ausreichend Fläche für einen Neubau. Deshalb sieht das Konzept vor, jede Schule individuell zu begutachten und für jedes Gebäude ein eigenes Konzept zu erstellen. „Es muss einen Umbruch geben“, hebt Heesch hervor. „Klassenräume müssen bald multifunktional genutzt werden – nicht mehr nur für Unterricht, sondern auch für Betreuung.“

Probleme macht auch die fehlende Sicherheit darüber, wie viele Betreuungsplätze tatsächlich nötig sind. 98 Prozent der Eltern mit Kindern über drei Jahren nutzen im Kindergarten eine Betreuung. „Es liegt nahe, dass sie dann auch in der Schule einen Platz beanspruchen wollen“, sagt Heesch. Zudem seien immer häufiger beide Elternteile berufstätig und so immer mehr Leute auf eine Betreuung angewiesen.

„Ich bin sogar sicher, dass der Bedarf in 2025 höher ist als die 717 Plätze“, sagt Heesch. Es könnte also sein – wenn sich die These bestätigt –, dass die 75-Prozent-Quote an manchen Standorten nicht ausreicht. Um die genaue Nachfrage der Eltern zu ermitteln, sei deshalb auch eine zusätzliche Abfrage von Seiten der Stadt möglich.