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Grevenbroich: Beste Fest-Laune in Neukirchen

Brauchtum in Grevenbroich : Beste Fest-Laune in Neukirchen

Bei hochsommerlichen Temperaturen feiern die Neukirchener Schützen ihr Fest. Die Stimmung ist prächtig, das Zelt war am Samstag Abend voll. Und das Königspaar Hubertus und Petra von Zehmen strahlt.

Endlich kann in Neukirchen wieder Schützenfest gefeiert werden, und das bei traumhaftem Wetter. Es schien so, als sei halb Neukirchen im Zelt und auf dem Festplatz. Schützenkönig Hubertus von Zehmen bringt die Stimmung wie folgt auf den Punkt: „Sonne am Himmel und in Herzen.“

Um 17 Uhr war das Fest am Samstag angekündigt worden durch Glockengeläut von St. Jakobus und durch das Tambourcorps „Rheinklänge“ Neukirchen, das vor drei Wochen mit einjähriger Verspätung das 100-jährige Bestehen hatte feiern können. Die Tanzfläche war voll, das Gedränge auf dem Festplatz war fast noch größer.

Wolfgang Kaiser als kommissarischer Präsident kennt die Neukirchener: „Ich habe viele Neubürger auf unserem Schützenfest gesehen, das stimmt mich froh.“ Über den hohen Bierpreis – 2,10 Euro für Bier, Limo und Cola – habe sich niemand aufgeregt: Die Kirmesbesucher haben Verständnis für Zeltwirt Barrawasser, der die gestiegenen Preise an die Schützenfestbesucher weitergeben muss. Hinzu kommt, dass die Menschen sich lange nicht gesehen haben und sich somit viel zu erzählen haben, und da gibt es wichtigere Themen als 20 Cent mehr fürs Bier. Am Samstag wurden König Gerald Roesberg verabschiedet und Hubertus von Zehmen inthronisiert. Es ist eine Besonderheit in Neukirchen, dass die Königin immer erst am Schützenfestdienstag gekrönt wird.

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„Hubertus und Petra von Zehmen sind beim Volk sehr beliebt und sie sind ja auch ein adrettes Paar“, sagt Wolfgang Kaiser. Am Sonntag Vormittag sah man trotz des Traumwetters ernste Gesichter: Beim Großen Zapfenstreich am Ehrenmal spielte der Musikverein Holzheim auch die ukrainische Nationalhymne als Zeichen der Verbundenheit. In seiner Rede am Ehrenmal fand Wolfgang Kaiser klare Worte gegen den Autokraten Waldimir Putin.

Kein Schützenfest ohne Ehrungen: In diesem Jahr herrschte wegen der zwei ausgefallenen Schützenfeste Nachholbedarf: 87 Jubilare wurden geehrt. Hervorzuheben sind Josef Berg und Hans Hinzen – sie sind seit 70 Jahren Mitglieder des Bürgerschützenvereins Neukirchen. Höhepunkt des Sonntags war die Königsparade. Am Dienstag wird der neue Schützenkönig ermittelt. Noch hat niemand sein Interesse bekundet, aber Wolfgang Kaiser ist guter Dinge: „Wir haben hier in Neukirchen noch nie ohne einen Schützenkönig feiern müssen.“