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Grevenbroich: 5,6 Millionen Euro für citynahes Wohnen

Grevenbroich : 5,6 Millionen Euro für citynahes Wohnen

Im Flutgraben-Viertel ist die letzte Bauetappe angelaufen: Der Bauverein Grevenbroich errichtet dort zwei weitere Wohnhäuser mit 30 Wohnungen. Auch am Areal mit dem heutigen Bauhof zeigt die Genossenschaft Interesse.

Das Flutgraben-Viertel erhält ein neues Gesicht. Zwei große Wohnhäuser hat der Bauverein bereits errichtet, an der Zumbuschstraße sind zwei weitere mit 30 Wohnungen im Bau, ein alter Komplex wurde dafür abgerissen. 5,6 Millionen Euro investiert die Genossenschaft in die letzte Neubau-Etappe im Quartier. Ein Haus mit zwölf Wohnungen ist im Rohbau weit gediehen, es soll Ende des Jahres fertig sein. Beim Nachbar-Komplex mit 18 Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen ist bislang die Kelleretage zu sehen, die Fertigstellung ist im ersten Quartal 2014 vorgesehen.

In die Fußgängerzone mit Geschäften und Ärzten sind es nur wenige Gehminuten. "Uns ist wichtig, dass wir auch für Menschen mit weniger gut gefülltem Geldbeutel bezahlbaren Wohnraum in Citynähe bereitstellen", erklärt Hubert Zimmermann vom Bauverein. "In vielen Großstädten müssen immer mehr Mieter an den Stadtrand ausweichen, weil sie die Miete im Zentrum nicht mehr bezahlen können."

Grevenbroich ist nicht München, doch der Bauverein stellt für seine neuen — überwiegend öffentlich geförderten — Wohnungen an der Zumbuschstraße großen Bedarf fest. "Wir könnten jede Wohnung mehrfach vergeben", so Zimmermann. Bevorzugt werden insbesondere Mitglieder der Genossenschaft, die im Quartier wohnen. Großes Interesse beobachtet er auch bei Senioren, die in Innenstadtnähe ziehen möchten.

Alle Wohnungen sind barrierefrei, verfügen über Terrasse, Garten oder Balkon, geheizt wird mit Erdwärme. In den öffentlich geförderten Wohnungen liegt die Kaltmiete bei 5,75 Euro je Quadratmeter. Über 20 Millionen Euro hat der Bauverein in den vergangenen Jahren in citynahe Neubauten investiert — etwa an der Arndtstraße mit 60 und im Flutgrabenviertel mit bislang 32 Wohnungen. Für beide Vorhaben hatte der Verein mit der Stadt ein "Handlungskonzept Wohnen" vereinbart, das vom Land gefördert wurde.

Für die Stadt haben die Projekte Vorbildcharakter: "Es wäre schön, wenn andere Wohnungsbaugesellschaften folgen würden", so Rathaussprecher Andreas Sterken. Das erste der neuen Häuser (Am Flutgraben 51/53) kann beim "Tag der Architektur" am Samstag. 29. Juni, von 10 bis 12 Uhr besichtigt werden.

Wie geht's beim Bauverein weiter? "Wir werden bei Neubauten eine Pause einlegen und uns auf die weitere Modernisierung unseres Wohnungsbestandes konzentrieren", sagt Zimmermann. Und wir wollen Eigenkapital für künftige Vorhaben ansammeln." Eine Möglichkeit für ein weiteres Vorhaben könnte sich wenige Meter weiter am Flutgraben ergeben: Die Stadt will den Bauhof nach Noithausen verlagern, das heutige Gelände soll verkauft werden. "Grundsätzlich haben wir daran Interesse und würden unseren Hut in den Ring werfen", kündigt Zimmermann an — denkbar seien Häuser ähnlich wie die Neubauten nebenan. Aber vor einer Entscheidung müsste das Areal geprüft werden, so müsste ein Bodengutachten erstellt werden.

(NGZ)