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Grevenbroich: Heißer Draht: Edel-Immobilien sehr beliebt

Grevenbroich : Heißer Draht: Edel-Immobilien sehr beliebt

Die Frage, ob sich die Stadt angesichts der drohenden Überschuldung von Edel-Immobilien trennen soll, beschäftigt die NGZ-Leser. Das wurde gestern beim "Heißen Draht" der Neuß-Grevenbroicher Zeitung deutlich. Dabei meldeten sich Leser telefonisch oder per E-Mail in der Redaktion.

Schnell war deutlich: Die Meinungen gehen weit auseinander. Marion Linden zum Beispiel plädiert dafür, die Immobilien in städtischem Besitz zu belassen. "Um das Haushaltsloch zu stopfen, scheint der Erlös der Verkäufe wie ein Tropfen auf dem heißen Stein", schreibt sie. Der finanzielle Erlös sei "nicht zu vergleichen mit dem Attraktivitätsverlust für Grevenbroich". Für Linden gehören die sogenannten Edel-Immobilien "zu dem attraktivsten, was Grevenbroich zu bieten hat". Gemeint sind die Alte Feuerwache, das Alte Schloss, Haus Hartmann, der Bernardussaal, die Versandhalle, das Museum und das Auerbachhaus.

Die Attraktivität der Gebäude stellt auch Dorothee von Alvensleben nicht infrage. Dennoch spricht sie sich angesichts des Haushaltslochs für einen Verkauf aus. "Man kann sich solche Immobilien nur leisten, wenn man sie auch bezahlen kann", betont sie. Die Neukirchenerin machte aus ihrem Ärger über die Finanzpolitik der Stadt kein Hehl. "Wann fängt diese Stadt endlich mal an zu sparen, ohne dass der Landrat sie dazu zwingen muss?", fragte sie. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke hatte auch die Diskussion angestoßen, ob sich die Stadt die Vielzahl repräsentativer und im Unterhalt teurer Gebäude im Umfeld des Rathaus angesichts der 2016 drohenden Überschuldung leisten könne. Leser Michael Grunewald hingegen stellt kurz und knapp klar: "Die Stadt sollte die Gebäude behalten." Hans Brüggen aus Frimmersdorf sieht das Argument, durch die Veräußerung der prestigeträchtigen Gebäude könne es zu einem Identitätsverlust für die Stadt kommen, kritisch. "Beim Hallenbad in Gustorf, dem Wellenbad in Neurath und der Erfthalle in Frimmersdorf hat keiner nach Identitätsverlust für die betroffenen Stadtteile gefragt."

Alfred Berghoff bringt die emotionale Bindung vieler Bürger auf den Punkt: "Die Gebäude bilden zum wesentlichen Teil die Seele und das Gesicht der Stadt. Sie darf man nicht kulturlos unter dem Gesichtspunkt der Rentabilität betrachten."

(abu)