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Grevenbroich: Die Hochwasser-Helfer

Grevenbroich : Die Hochwasser-Helfer

Harte Arbeit, kein Schlaf – aber trotzdem zufrieden. 36 Helfer aus dem Kreis kehrten in der Nacht zu gestern aus dem Hochwassergebiet zurück.

Harte Arbeit, kein Schlaf — aber trotzdem zufrieden. 36 Helfer aus dem Kreis kehrten in der Nacht zu gestern aus dem Hochwassergebiet zurück.

Am Ende überwog die Freude. Nach einem harten, kräftezehrenden Einsatz im Hochwassergebiet wurden die 36 Feuerwehrleute aus dem Rhein-Kreis mit Kuchen verwöhnt. Den hatten Kinder einer Magdeburger Grundschule gebacken — und sie überreichten die süße Speise mit einem kleinen Ständchen. "Das hat uns sehr gerührt", sagt Wolfgang Hüttche (38), der mit seinen Grevenbroicher Kollegen Torsten Reinhold und Marcel Mücke das Kreis-Team verstärkte.

Die Feuerwehrleute und zwei Helfer der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft waren in der Nacht zu Sonntag nach Magdeburg aufgebrochen. Gemeinsam mit 600 Kollegen aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf unterstützten sie die Rettungskräfte in der von der Elbeflut bedrohten Hauptstadt von Sachsen-Anhalt. "Zunächst war unser Einsatz bis Mittwoch geplant", berichtet der stellvertretende Kreisbrandmeister Stefan Meuter (41): "Wegen mehrerer gebrochener Deiche außerhalb von Magdeburg entspannte sich die Lage im Stadtgebiet schneller als erwartet. Der Pegel sank, daher konnten wir einen Tag früher als geplant zurückkehren."

Die Rettungskräfte blicken zufrieden auf ihren Einsatz zurück. Sie trugen mit dazu bei, dass ein Umspannwerk vor den ansteigenden Fluten gesichert werden konnte. Da Stromausfälle und ein Abschalten der Anlage drohten, war diese Aufgabe von höchster Bedeutung. "Mit Sandsäcken wurde ein Damm von dreieinhalb Kilometern gebaut, um den Betrieb im Umspannwerk am Laufen zu halten. Rund 250 Kräfte, darunter auch das Technische Hilfswerk und die Bundeswehr, waren dabei rund um die Uhr auf den Beinen", schildert Meuter, der auch in der Einsatzleitung tätig war.

Die Grevenbroicher Feuerwehrmänner waren für technische Hilfeleistungen abgestellt worden — falls einmal ein Fahrzeug liegen bleiben sollte. "Aber wir wollten nicht herumsitzen und Schraubenschlüssel polieren, während andere schufteten", berichtet Wolfgang Hüttche, der beruflich als Sparkassen-Filialleiter tätig ist. Die Schlossstädter reihten sich ein und schleppten Hunderte von Sandsäcken zum Damm. "Das war eine anstrengende Arbeit — doch es hat Spaß gemacht, anderen zu helfen", so Hüttche.

Nach 48 Stunden ohne Schlaf kehrten die Einsatzkräfte aus dem Rhein-Kreis in einer Handballhalle ein, die zur Notunterkunft umfunktioniert worden war. "Dort stand auch ein Frühstück bereit, doch die meisten unserer Jungs ließen es stehen — und fielen gleich auf die Pritschen, um sich eine Stunde hinzulegen", sagt Stefan Meuter. Erfreut zeigte sich die Gruppe über die Dankbarkeit vieler Magdeburger: "Wir bekamen mehrere Male Besuch von Bürgern, die sich einfach nur bedanken wollten", so der Vize-Kreisbrandmeister. Und die Kinder, die Kuchen gebacken hatten, wurden kurz vor der zehnstündigen Rückreise zu einer kleinen Fahrt mit den Einsatzwagen eingeladen.

Gestern bedankte sich Landrat Hans-Jürgen Petrauschke bei den Rettungskräften aus dem Rhein-Kreis: "Nicht nur die Helfer selbst, auch für ihre Arbeitgeber war das ein sehr kurzfristiger Aufbruch am Wochenende. Es war großzügig, die Hilfskräfte spontan freizustellen."

(NGZ)