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Grevenbroich: UWG will Gebühr für Mülldeponie aufheben

Grevenbroich : UWG will Gebühr für Mülldeponie aufheben

Die Fraktion der "Unabhängigen Wählergemeinschaft Grevenbroich" (UWG) will das Problem der wilden Müllkippen angehen. Jeder Bürger soll die Mülldeponie in Neuenhausen testweise ein Jahr lang kostenfrei nutzen dürfen.

So sollen Müllsünder vom illegalen Entsorgen abgehalten werden. Der Antrag soll in der nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 11. Juli, diskutiert werden.

"Die wilden Müllkippen sind uns schon lange ein Dorn im Auge. Wir werden darauf immer wieder von Bürgern angesprochen. Deshalb wollen wir das Problem jetzt auf diese Art angehen", sagt UWG-Fraktionsvorsitzende Martina Flick.

Ob sich der Vorschlag lohnt, soll sich nach einem Jahr zeigen. Die UWG plädiert für den Versuch und wirbt um Unterstützung. "Verstärkte Kontrollen können wir uns gar nicht leisten. Wir sollten lieber auf die Einnahmen der Deponie verzichten, wenn wir dadurch die hohen Entsorgungskosten des Mülls in der Natur einsparen können. Diese Rechnung müssen wir aufmachen und dann das Ergebnis abwarten", meint Martina Flick.

Zehn Euro kostet eine Lieferung in Neuenhausen zur Zeit. Geld, das sich einige Müllsünder immer wieder sparen, in dem sie ihren Abfall in der Natur entsorgen. Etliche Kubikmeter muss die Stadt deshalb jährlich auf eigene Kosten entsorgen. Trotzdem hat Stadtsprecher Andreas Sterken wenig Hoffnung, dass die Idee der UWG etwas bringt. "Wir haben in der Stadt ein sehr komfortables System. Der Speermüll wird sogar zu Hause abgeholt", sagt Andreas Sterken.

Eine ähnliche Meinung gibt es beim Rhein-Kreis Neuss, Träger der Anlage in Neuenhausen. "Bis 1997 konnte kostenfrei angeliefert werden. Danach haben wir keinen Anstieg der wilden Müllkippen registriert. Wir sehen also keinen Zusammenhang", sagt Karsten Mankowsky, Umweltdezernent beim Kreis. Auch erinnert Mankowsky an die Kosten. "Im vergangenen Jahr haben wir 23 000 Lieferungen in Neuenhausen registriert. Das sind 230 000 Euro. Dazu kommt die gleiche Summe aus den Abfallgebühren, die jeder zahlt", sagt der Dezernent.

(draxl)