1. NRW
  2. Städte
  3. Geldern

Landeschefin der Grünen, Mona Neubaur, zu Besuch bei Gärtnerei Viehweg in Sevelen

Landespolitikern zu Besuch in Sevelen : Grünen-Politikerin besucht Sevelener Gärtnerei

Die Chefin der NRW-Grünen, Mona Neubaur, ließ sich den Gärtnerbetrieb Viehweg zeigen. Hoch im Kurs stand dabei das Thema Nachhaltigkeit.

Von der Kinderstube der Sukkulenten machte Mona Neubaur gleich mal ein Erinnerungsfoto mit ihrem Handy. Die Landesvorsitzende der Grünen war am Donnerstag zwei Stunden zu Besuch beim Gärtnerbetrieb Viehweg in Sevelen. Themen waren natürlich Corona, Nachhaltigkeit, aber auch, wie Politik das Leben der lokalen Gartenbaubetriebe erleichtern kann. Dazu sollte der Blick hinter die Kulissen dienen, zu dem der Landesverband Gartenbau Nordrhein-Westfalen eingeladen hatte.

Dessen Präsidentin Eva Kähler-Theuerkauf sprach von einer vielfältigen, aber auch teilweise unterschätzten Branche. „Wir haben in diesem Sommer gesehen, wie wichtig den Leuten ihre Gärten sind“, sagte sie. Der eigene Garten wurde zur grünen Oase, weil weite Urlaubsreisen angesichts der Corona-Pandemie nicht möglich waren. Der Niederrhein nehme im Bereich der grünen Branche eine besondere Stellung ein. „Jede dritte in Deutschland produzierte Pflanze kommt aus Nordrhein-Westfalen. Der Niederrhein hat im Gartenbau eine Vielfältigkeit, die einzigartig ist.“

Wie das in der Praxis aussieht, erklärte Thomas Viehweg vom gleichnamigen Gartenbaubetrieb. Der Rundgang führte vorbei an einem Meer von Christrosen. „Ich soll Ihnen unsere kleine Welt zeigen, und kann nur hoffen, dass es dabei hilft, richtige Entscheidungen zu treffen“, sagte der Gastgeber an die Politikerin gewandt. So bittet er die Politik, dass sie nicht pauschal sage, „Torfabbau sei blöd“. „Man sollte wirklich gucken, ob es klimaschädlich ist oder nicht.“ Nichtsdestotrotz habe man den Schritt gemacht und arbeite mit Torfersatz. Aber natürlich hat das Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum.

Das sollte der Rundgang zeigen: Jede politische Entscheidung hat unmittelbare Auswirkungen auf mittelständische Betriebe. Auswirkungen, die vielleicht auf den ersten Blick nicht klar sind. Eine weitere Sorgenfalte bereite den Gärtnern die CO2-Steuer.

Angesichts der Nähe und damit auch gärtnerischer Konkurrenz aus den Niederlanden und Belgien sprach die Gartenbau-Präsidentin von Wettbewerbsverzerrung. „Der niederrheinische Gärtner muss sehen, wie er das kompensieren kann“, mahnte Eva Kähler-Theuerkauf. Dabei gab sie zu bedenken, dass es sich um Familienbetriebe handelt, die wichtige Arbeitgeber in der Region sind.

Während des Rundgangs machte Viehweg, der den Betrieb in der vierten Generation führt, deutlich, dass Gärtnern natürlich an Nachhaltigkeit gelegen sei. Der Beruf gehört zu denen, die vom Wetter abhängig sind. „Das Klima ist nicht mehr so, wie ich es als Jugendlicher und junger Erwachsener kannte.“ Die Folge: Andere Sorten müssen gewählt werden, ein anderes Bewässerungsverfahren muss her. Für den Betrieb führte die Klimaveränderung zu kreativen Überlegungen und einem weiteren Standbein. Er produziert Sukkulenten für die Dachbegrünung. Auch da gibt die Präsidentin an die Grünen-Politikerin eine Hausaufgabe mit. Bei Projekten müssten auch die Folgekosten eingeplant werden. Die Pflanzen sind zwar genügsam, aber ab und zu brauchen sie doch Kontrolle. Denn einmal gesetzt, soll das Grün möglichst lange halten, für ein besseres Klima in den Städten.