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Gut Eulental sammelt für Pferde in Not

Erkrath : Gut Eulental sammelt für Pferde in Not

Erkrather sammeln Geld zum Unterhalt von Pferden, die wegen der Corona-Krise abgegeben werden mussten. Im hohen Norden gibt es eine anonyme Abgabestelle für Pferde, die jetzt vom Gut Eulental unterstützt werden.

Corona kann auch Pferde treffen - zumindest finanziell. Erkrather haben für Pferde gespendet, die wegen der Krise abgegeben wurden. Denn wenn Menschen wegen der Corona-Pandemie ihre Arbeit verlieren, hat das Auswirkungen auf deren Tiere.

So einigen Pferdehaltern fällt es derzeit schwer, Stall- und Futtergebühren weiter zu bezahlen. In manchen Fällen müssen sich die Besitzer dann notgedrungen und schweren Herzens von ihrem Pferd trennen.

Die Stallgemeinschaft von Gut Eulental möchte diesen in Not geratenen Pferden helfen. In einer Spendenaktion haben die Pferdefreunde mehr als 500 Euro für eine Notaufnahmestelle gesammelt, die Pferde und Ponys aufnimmt und weitervermittelt. In Anlehnung an die anonymen Babyklappen nennt sich der Hof in Schleswig-Holstein „die Pferdeklappe“.

Ihren Anfgang genommen hat die  Spendenaktion in den sozialen Medien. „Freunde von mir haben bei Facebook ein Video geteilt, in dem über die Pferdeklappe berichtet wurde“, erzählt Isabell Packeisen. Sie hat ihren Rappen „Tiburon“ im Eulental untergestellt. In dem Video, das ein Fernsehteam Anfang April aufgenommen hatte, erzählte Pferdeklappen-Gründerin Petra Teegen von der schwierigen Lage ihres Hofs. Allein im März wurden 17 Pferde bei ihr abgegeben, normalerweise sind es fünf oder sechs im Monat. Die Notaufnahmestelle für Pferde operiert am Limit. Auch Pferdehöfen macht die Epidemie zu schaffen, denn Touristen dürfen nicht kommen. Dadurch haben immer mehr Höfe Mühe, über die Runden zu kommen.

„Da habe ich mich gefragt, wie ich helfen könnte“, erzählt Isabell Packeisen. Die 28-Jährige fotografiert bereits seit mehreren Jahren – immer wieder auch die Pferde von Bekannten. Jetzt konnte sie ihr Hobby mit dem guten Zweck verbinden: „Für jede Spende an die Pferdeklappe habe ich ein Foto vom Pferd des Spenders gemacht.“ Rund 20 Mitglieder der Stallgemeinschaft nutzten diese Chance, und so brachte Packeisen in der Woche vor Ostern jeden Tag ihre Kamera mit in den Stall. „Ich habe immer abends und am Wochenende fotografiert und die Bilder dann noch zuhause bearbeitet. Insgesamt waren das über 60 Stunden Arbeit, aber es hat auch viel Spaß gemacht“, berichtet sie.

Normalerweise komme sie nicht dazu, so viel zu fotografieren. Etwa 30 Euro wurde vorab als Richtwert für ein Foto festgelegt. „Manche Leute haben mehr gegeben, andere konnten nicht so viel spenden. Auch in unserem Stall sind einige von Kurzarbeit betroffen.“

Ein Foto gab es aber in jedem Fall. Die meisten Pferde fotografierte Packeisen im Freilauf, einige Porträts kamen auch dazu. Eine Woche nach Ostern hat sie die Spende an die Pferdeklappe überwiesen.

Im norddeutschen Norderbrarup, rund 30 Kilometer südöstlich von Flensburg, freute man sich sehr über die Hilfe. Petra Teegen teilte ein öffentliches Dankeschön an die „Eulentaler“ im Netz. „Sie hat sich auch nochmal persönlich bei mir gemeldet und sich so gefreut, das war ein schönes Gefühl“, erzählt die Fotografin.

Um den Zulauf an abgegebenen Pferden bewältigen zu können, plant Teegen den Bau eines neuen Stallgebäudes. Das Geld aus Erkrath kann sie dabei gut gebrauchen.„Ich hoffe, dass sich noch mehr Leute überlegen, wie sie in der Situation momentan helfen können“, sagt Packeisen. „Wenn man eine Idee zusammen umsetzt, macht das einfach auch viel Spaß.“

Die positiven Reaktionen auf ihre Foto-Aktion haben die Erkratherin ermuntert, sich auch in Zukunft mehr Zeit fürs Fotografieren zu nehmen. Sie hat ein Gewerbe angemeldet und wird jetzt auch nebenberuflich Pferde fotografieren. BoxDie Fotos der Aktion hat Packeisen online veröffentlicht. Sie sind auf der Facebook-Seite „Tiburons Hufspuren“ zu sehen.