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Mettmann: Awo skeptisch bei Corona-Lockerungen

Corona-Virus und Senioren : Lockerungen: Awo ist skeptisch

Sorgentelefon und virtueller Rätselspaß – die Awo setzt auf kontaktlosen Austausch. Denn zwischen Schutz und Ausgrenzung leiden viele Golden Ager besonders unter der Corona-Krise und ihren Einschränkungen.

Für ältere Menschen ist das Coronavirus ein erhöhtes Risiko. Deswegen werden sie besonders geschützt, indem sie möglichst wenig Kontakt haben. Dieser Akt von Schutz und Fürsorge bedeutet andererseits Isolation, die auf Dauer schadet und einsam macht.

Die aktuelle Lockerung und Aufhebung von Einschränkungen werden mit gemischten Gefühlen betrachtet. Hiermit setzt sich auch der Awo Kreisverband Mettmann auseinander. Der Wohlfahrtsverband ist mit seinen Diensten und Einrichtungen für Leute aller Altersgruppen mit den verschiedensten sozialen Belangen tätig. Sie tragen dazu bei, den Menschen in der Region ein Hilfs- und Beratungsangebot zu machen und den ehrenamtlichen Einsatz zu unterstützen.

Weil die Senioren nach den Aussagen von Virologen wesentlich gefährdeter als andere Altersgruppen sind, versuchen die Awo-Mitarbeiter alles, um diese Zielgruppe zu schützen und zu unterstützen. Die Einschränkungen und Kontaktverbote gelten, trotz der partiellen Lockerungen, weiter, weshalb Besuchs- und Ausgangsbeschränkungen und als Resultat daraus, das Gefühl von Isolation, die tägliche Realität für sie sind.

„Deshalb ist es wichtig, dass wir mit den Senioren im Kontakt bleiben und kreative Wege finden, sie gerade in der Krisensituation als Partner zu begleiten“, erklärt Hildegard Schröder, Geschäftsführerin des Awo Kreisverbandes. Das ist vor allem das Anliegen der 15 Begegnungsstätten in den Ortsvereinen der dreizehn kreisangehörigen Städte. Tatsächlich werden gegen den Corona-Blues eine Vielzahl von Aktivitäten wahrgenommen. Allerdings sind sie alle kontaktlos, auf Distanz angelegt und nutzen virtuelle Informations- und Kommunikationstechnologien. Beispielsweise sind Info- und Sorgentelefondienste einrichtet, an denen Seniorenscouts Fragen beantworten, ein nettes Gespräch führen, Kontaktmöglichkeiten vermitteln, Einkaufsdienste organisieren. Einfach nur da sein und einen Ansprechpartner zu haben, wird als entlastend empfunden.

Aber auch alte Tugenden werden wieder erfunden. So wurden Henkelmänner angeschafft, in denen das Mittagessen statt bei einer gemeinsamen Mahlzeit abgeholt und mit nach Hause genommen werden kann. Die Palette der neuartigen durch Corona bedingten Angebote wird jeden Tag ergänzt. So wird es einen 14-tägigen Seniorenbrief übers Internet und im Prospektständer an der Außenwand der Begegnungsstätte mit Infos, Beschäftigungstipps und „Hausaufgaben“ wie das Lösen von Rätseln oder Gedächtnisübungen geben. „Das sind hervorragende Beispiele, um Einsamkeit von Älteren zu durchbrechen und mit ihnen in Verbindung zu bleiben“, begrüßt Klaus Kaselofsky, Vorsitzender des Awo Kreisverbandes Mettmann, die alternativen Aktivitäten. „Auf diese Weise nehmen die Begegnungsstätten ihre Aufgabe und Funktion in veränderter Weise wahr. Sie bleiben Partner auf dem Weg durch das Leben der Senioren.“

Informationen über die einzelnen Angebote sind übers Internet bei den Begegnungsstätten zu erfahren. Telefonische Auskünfte erteilt: Anabela Barata, Tel 02104-970729