Minister in Erkelenz: Wüst: Lage in Gerderhahn so nicht lassen

Minister in Erkelenz : Wüst: Lage in Gerderhahn so nicht lassen

Erkelenz stand in der vergangenen Woche „ganz im Zeichen der Landesregierung“; wie Bürgermeister Peter Jansen rückblickend meinte. Erst kam Heimatministerin Ina Scharrenberg, danach Verkehrsminister Hendrik Wüst.

Das freundliche Lächeln in die Kamera beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Besuch von Landesverkehrsminister Hendrik Wüst in Erkelenz ohne greifbares, schnell umsetzbares Ergebnis geblieben war. Dies wurde deutlich beim Gespräch in der Mehrzweckhalle Gerderhahn, wo der Minister auf die Stadtoberen traf. Zuvor hatte er sich die Verkehrslage auf der Landstraße in der Ortsdurchfahrt Golkrath vor Augen führen lassen und einen Einblick gewonnen über die Lage in Gerderhahn. Die stark befahrene Landstraße durchtrenne auf zwei Kilometern Länge quasi das Straßendorf, wozu, wie Bürgermeister Peter Jansen meinte, vornehmlich der Lkw-Verkehr zwischen der A 46 und dem Gewerbe- und Industriepark Wildenrath sorge. Und wenn der Schwerverkehr in den Abendstunden weniger werde, würden Raser dafür sorgen, dass die Ortschaften zu Rennstrecken würden, monierte Klaus Füßer aus Golkrath. Schon seit etlichen Jahren fordern daher Bezirksausschüsse und Verwaltung endlich Ortsumgehungen für die beiden Dörfer, damit der Schwerlastverkehr fern bleibt. Doch ist diese Forderung bislang ungehört geblieben. Zwar gab es eine Prioritätenliste des Landes, wonach die Landstraße verlagert werden sollte, doch wurde diese Liste eingestampft. „Da sind sechs bis sieben Jahre sinnlos verplempert worden“, monierte Jansen, der jetzt auf eine neue Sichtweise des neuen Verkehrsministers hofft.

Wüst hörte sich die Klage durchaus interessiert an und räumte ein, in Gerderhahn spreche die Belastung für sich. Es herrsche ein Zustand, dem man nicht so laufen lassen könne. Deshalb sei es gut, dass sein Ministerium mit einer personell aufgestockten Planungsabteilung die Verkehrsprobleme erarbeite und mit der Behebung beginne. Dem Zeitrahmen von zehn bis 15 Jahren als realistische Größe, bis sich vor Ort in Golkrath oder Gerderhahn etwas tun könne, wie Jansen prognostizierte, wollte Wüst nicht widersprechen. Aber es könne mit kleinen Zwischenschritten vielleicht etwas erreicht werden, schlug CDU-MdL Thomas Schnelle vor, etwa ein Kreisverkehr, der die gefährliche Kreuzung an der Gerderather Landstraße entschärfe.

Christoph Jansen (Landesbetrieb Straßen) setzt auf die B221 n, über die von Wildenrath aus viel Verkehr zur Autobahn fließen könnte. Das könne eine Entlastung ergeben, wovon Füßer nicht überzeugt ist: „Es gibt Umfahrungsempfehlungen für Golkrath, nur hält sich kein Lkw-Fahrer dran.“ Die Fahrt durch Golkrath/Gerderhahn sei die kürzeste obendrein mautfreie Strecke.

Jansen und Schnelle machten Wüst auch auf die Probleme der Ortsdurchfahrten Katzem und Lövenich aufmerksam und wiesen auf die tagebaubedingten Verlagerungen von Straßen hin. Schnelle machte Wüst nach dem Gespräch in der Mehrzweckhalle beim anschließenden Besuch des CDU-Stadtverbandes Erkelenz deutlich, dass gerade im Bereich Holzweiler und am künftigen Tagebaurand das Zusammenspiel von neuen Kreis- und Landstraßen verbesserungswürdig sei.

Mehr von RP ONLINE