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Wirte und Stadt in Rees wollen nach Streit mehr Zusammenarbeit

Wirtschaft : Wirte und Stadt wollen Zusammenarbeit

Nach der Kritik zweier Wirte an der Reeser Wirtschaftsförderung gab es ein klärendes Gespräch zwischen den Gastronomen und der Stadtverwaltung. Ergebnis: Beide Seiten wollen künftig enger zusammenarbeiten.

Die Wirte der Reeser Traditionslokale Rheinterrassen und Rheincafé Rösen, Andrea Collins und Ludger Rösen, hatten in der vergangenen Woche nicht mit Kritik an der Reeser Wirtschaftsförderung gespart. Hintergrund waren Äußerungen des Wirtschaftsförderers Heinz Streuff beim Reeser Wirtschaftsforum als auch bei der Pressekonferenz zur Suche eines Betreibers für das Restaurant am alten Pumpwerk über die Leistungsfähigkeit der Gastronomie in Rees.

Jetzt haben sich Bürgermeister Christoph Gerwers, Wirtschaftsförderer Heinz Streuff, Ordnungsamtsleiter Frank Postulart, Sigrid Mölleken (unter anderem Leiterin des Reeser Stadtmarketings) sowie Pressesprecher Jörn Franken mit den beiden Gastronomen zu einem Austausch getroffen. Ergebnis: In Zukunft soll sehr viel enger zusammengearbeitet und das gemeinsame Gespräch gesucht werden.

 Ludger Rösen (Rheincafé Rösen).
Ludger Rösen (Rheincafé Rösen). Foto: Michael Scholten

Nach Darstellung der Stadt Rees seien die Äußerungen Streuffs missverstanden worden. Sie seien nicht als Kritik an den bestehenden Lokalen gemeint gewesen, vielmehr sei es um die quantitativen Möglichkeiten in der Stadt Rees gegangen, die nicht ausreichten, um große Touristengruppen zu bewirten. Zusätzlicher Bedarf an weiteren gastronomischen Angeboten sei vorhanden, insbesondere nachdem Gastronomiebetriebe wie „Op de Poort“, „Niederrheinische Bauernstuben“ oder das „Bistro vor dem Delltor“ in den vergangenen Jahren geschlossen wurden. Genau aus diesem Grund unterstütze die Stadt auch in sehr starkem Maße die Initiative des Eigentümers des neuen Wohnhauses am alten Pumpwerk, der in der unmittelbar an der Rheinpromenade gelegenen Immobilie nun endlich einen Gastronomiebetrieb errichten möchte.

 Wirtschaftsförderer Heinz Streuff.
Wirtschaftsförderer Heinz Streuff. Foto: Markus van Offern (mvo)
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Wie berichtet, hatte Streuff durch Gespräche beim Busunternehmertag im Wunderland Kalkar 1600 Tagestouristen in den Sommermonaten nach Rees holen wollen. Doch schon nach einer Woche seien die Busse nach Kalkar und Xanten umgeleitet worden, weil die Tagestouristen in Rees nicht genug Möglichkeiten zum Mittagessen gefunden hätten.

Die Stadt Rees hat den Gastronomen, die von den zusätzlichen Gästen nichts wussten, zugesichert, dass die Inhaber der Lokale künftig informiert werden, wenn bekannt wird, dass eine Besuchergruppe sich dafür interessiert, in Rees einzukehren. So erhalten die Gastronomen die Möglichkeit, sich auf den entsprechenden Besuch der Touristen einzustellen.

Auch über weitere Kritikpunkte der beiden Gastronomen wurde gesprochen. Unter anderem ging es um den Antrag Ludger Rösens auf Erweiterung seiner Außengastronomie. Der sei abgelehnt worden, da der Kreis Kleve seinerzeit für einen gastronomischen Betrieb in der Nachbarschaft angeordnet hatte, sämtlich Tische und Stühle aus Gründen der Verkehrsgefährdung unverzüglich von der Straße Krantor zu entfernen. Auch für die Erteilung des Anwohnerparkausweises sei der Kreis Kleve zuständig. Er könne Rösen aus rechtlichen Gründen nicht erteilt werden, was der Gastronom, der zwar nicht in Rees lebt, aber gut 15 Stunden am Tag dort verbringt, nach wie vor nicht nachvollziehen kann.

Auch auf die Vorwürfe Andrea Collins’, es mangele an Unterstützung seitens der Verwaltung, ging die Stadt ein. Bevor die Rheinterrassen aufgrund einer Beschwerde eines Nachbarn ihren Außenbereich um 22 Uhr schließen mussten, habe es insgesamt mehr als 15 Gespräche mit der Gastronomin und dem beschwerdeführenden Nachbarn gegeben, um zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen. Die Aufstellung von Werbeanlagen auf der Promenade sei aus rechtlichen Gründen untersagt. Entsprechende Anträge, auch von anderen Betrieben, habe die Stadt Rees in der Vergangenheit bereits mehrfach zurückweisen müssen.

Alles in allem wollen Stadt und Gastronomie nun besser zusammenarbeiten. Die geplante Ausweitung der Gastronomie in Rees sei auch von Ludger Rösen und Andrea Collins begrüßt worden.