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Kampfmittel-Verdacht: Evakuierung am Montag in Rees möglich

Kampfmittel-Verdacht im Stadtgartenquartier : Evakuierung am Montag möglich

Bei Arbeiten im Stadtgartenquartier hat sich der Verdacht auf Kampfmittel ergeben: Möglicherweise muss am Montag in einem Radius von 250 Metern evakuiert werden. Betroffen wären Schulen, Kindergärten und das Agnes-Heim.

Die Stadt Rees war im Zweiten Weltkrieg Ziel vieler Bombenangriffe. Dass Überbleibsel aus dieser Zeit selbst 75 Jahre nach Kriegsende immer wieder zu Tage treten, zeigt, wie intensiv die Bombardements damals gewesen sein müssen.

Möglicherweise sorgen Überreste aus dieser Zeit für eine Evakuierung von Teilen der Reeser Innenstadt in der kommenden Woche. Denn bei den Abbrucharbeiten am neuen Stadtgartenquartier am Delltor hat sich jetzt der Verdacht auf drei Punkte im Boden ergeben, in denen noch Kampfmittel verborgen sein könnten. Wie die Stadt Rees am Mittwoch mitteilte, soll bis Samstag, 20. Juni, 12 Uhr, entschieden werden, wie mit diesen Verdachtspunkten weiter umgegangen werden muss.

„Sollte sich einer der drei Kampfmittelverdachtspunkte bestätigen, könnte auch eine Entschärfung des Kampfmittels vor Ort notwendig werden. Die Entschärfung würde dann ganztägig am Montag, 22. Juni., durchgeführt werden“, heißt es dazu in einer Mitteilung der Stadt.

Nur für diesen Fall gilt: In einem Radius von 250 Metern um das Kampfmittel, darf sich zum Zeitpunkt der Entschärfung keine Person aufhalten. Darüber hinaus dürfen Personen, die sich im Radius von 250 Metern bis 500 Metern aufhalten, ihre Räumlichkeiten nicht verlassen.

Der sensible Evakuierungsradius von null bis 250 Meter umfasst neben dem Kindergarten St. Irmgardis in der Fallstraße auch den neuen Kindergarten der Waisenhausstiftung (Sahlerstraße). Nach Rücksprache mit den Leitungen der Kindergärten endet der Betrieb am Montag um 12 Uhr. An der Gemeinschaftsgrundschule Rees endet der Unterricht für alle Schulklassen spätestens um 12.50 Uhr. Gleiches soll auch für den Schulbetrieb am Reeser Schulzentrum gelten. Da auch das Reeser Agnesheim von einer Evakuierung betroffen sein würde, hat das Ordnungsamt der Stadt Rees bereits im Vorfeld mit der Heimleitung Kontakt aufgenommen, um die Form einer möglichen Evakuierung festzulegen.

Die möglichen Radien, in denen Personen ihre Gebäude nicht verlassen dürfen (äußerer Radius) beziehungsweise evakuiert (innerer Radius) werden müssen, befinden sich auf der Homepage der Stadt Rees. Sofern es zu einer Kampfmittelentschärfung kommt, wird die Stadt Rees am Samstag die gültigen Radien sowie weitere Einzelheiten bekannt geben.

Bereits im Frühjahr hatten vorbereitende Arbeiten für die Untersuchung auf Kampfmittel in diesem Bereich begonnen. Wegen der Corona-Krise konnten sie jedoch jetzt erst fortgeführt werden.

Auf die Bautätigkeit am Stadtgartenquartier hat der Verdachtsfall momentan keine Auswirkungen. Die Punkte wurden frei gelegt und gesichert, die Arbeiten laufen weiter.