1. Politik
  2. Deutschland

Brand Grunwald: Autobahn Avus wieder offen​

Brand in Grunewald : Schafherde in Sicherheit – Autobahn Avus wieder offen

Seit Tagen hat der Brand im Berliner Grunewald viele Einsatzkräfte gebunden. Löschhubschrauber bringen schließlich den ersehnten Fortschritt. Doch der Einsatz geht weiter. Für eine Schafherde nahm die Sache am Montag schon mal ein gutes Ende. Und auch für die Autobahn wurde wieder geöffnet.

Knapp eine Woche nach dem Ausbruch eines Brandes auf einem Sprengplatz im Berliner Grunewald gibt es nach Angaben der Feuerwehr wesentliche Fortschritte bei den Löscharbeiten. Am Mittwochabend um 18.00 Uhr wurde deshalb die Sperrung der Autobahn 115 (Avus) aufgehoben. Rund eineinhalb Stunden später rollte der Verkehr allerdings noch nicht. Die Absperrungen müssten noch beseitigt werden, erklärte ein Sprecher der Berliner Feuerwehr. Dies könne bis etwa 21.00 Uhr dauern. Die wichtige Autobahn liegt etwa 500 Meter von dem Sprengplatz entfernt - und gehörte damit zum Sperrkreis, der zuletzt bei 550 Metern lag.

Vor der Freigabe der Autobahn musste sichergestellt werden, dass von verstreuter Munition und alten Weltkriegsbomben auf dem Platz keine Gefahr mehr ausgeht. Entscheidend dafür waren die Temperaturen auf dem Gelände, die am Montagmorgen noch bei 140 Grad lagen, nun aber laut Feuerwehr unter 60 Grad gebracht wurden. Das Waldgebiet samt Wegen sei aber weiterhin für mehrere Hundert Meter rund um den Sprengplatz gesperrt. Es sei eine Wasserversorgung gelegt worden, um den Platz weiter zu kühlen. Feuerwehrleute würden nun weiter das Gebiet abfahren, um kleine Glutnester schnell zu löschen.

Entscheidend für die Fortschritte bei der Brandbekämpfung war nach Angaben des Sprechers der Einsatz von zwei Löschhubschraubern der Bundeswehr am Mittwoch gewesen. Zuvor konnte die Feuerwehr nur mit einem Löschpanzer und Löschrobotern die heißen Stellen am Boden und die restlichen Sprengkörper kühlen. Wegen der Hitze auf dem Gelände bestand die Gefahr, dass Munition und andere Kampfmittel explodieren.

Schafe in Sicherheit

„Die Schafe sind in Sicherheit!“, twitterte die Feuerwehr und löste damit Erleichterung bei vielen tierlieben Berlinerinnen und Berlinern aus. Denn seit Ausbruch des Brandes am Donnerstag machten sich viele Sorgen um die einige Dutzend Schafe.

Die Herde überstand zwar die Flammen und die Explosionen auf dem Sprengplatz der Polizei äußerlich unbeschadet. Allerdings hielt sie sich anschließend tagelang in dem einen Kilometer um den Sprengplatz gezogenen Sperrkreis auf, den Einsatzkräfte aus Sicherheitsgründen nicht ohne weiteres betreten konnten.

Der Schäfer hatte laut Feuerwehr für einen Wasservorrat von zwei Tagen gesorgt. Als der aufgebraucht war, drangen einzelne Feuerwehrleute und Polizisten mithilfe schweren Geräts zur Herde vor, um die Schafe mit neuem Wasser zu versorgen. Am Montag nun habe die Herde den Sperrkreis zum Teil selbstständig, zum Teil mit Unterstützung von Helfern verlassen, so die Feuerwehr.

  • Zwei Tage nach Explosion : Lage bei Brand im Grunewald entspannt sich – aber weiter Sperrungen
  • Brandlage im Berliner Grunewald : Sprengplatz noch 140 Grad heiß, überall Patronen
  • Lage weiter dynamisch : Hubschrauber der Bundespolizei übernimmt Löscharbeiten im Grunewald

Das Feuer war in der Nacht zum Donnerstag nach bisherigen Erkenntnissen auf dem Sprengplatz ausgebrochen, die Ursache ist noch nicht bekannt. Es kam wegen der dort gelagerten Munition und Kampfmittel zu Explosionen. Zunächst war auch die Bahnstrecke, die parallel zur Autobahn, aber in etwas größerem Abstand zum Waldbrand verläuft, gesperrt worden. Seit Samstag fahren hier wieder Züge.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Explosionen und Feuer im Grunewald

(ahar/dpa)