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Idee für einen neuen Ratssaal in Emmerich

Emmerich : Idee: Neuer Ratssaal in der Post

Zieht die Emmericher Politik in einen neuen Ratssaal, der sich im Postgebäude befindet? Die Idee gewinnt an Aktualität, denn bald wird der alte Ratsaal zu klein sein. Geld für einen Kauf wäre jedenfalls vorhanden.

In drei Monaten wählen die Emmericher einen neuen Rat. Möglicherweise werden neun Parteien in dem Gremium vertreten sein. Deutlich mehr als bis jetzt.

Der Grund: Bei den Wahlen soll es keine Sperrklausel mehr geben, also keine Prozenthürde, an der eine Partei scheiterten könnte. Es gilt stattdessen, dass jede Stimme zählen soll. So kommen auch kleine Parteien zu einem Sitz im Rat.

Beschlossen ist bereits, dass der neue Rat am September 34 Sitze hat. Doch weil es Ausgleichs- und Überhangmandate geben wird, rechnen Politiker mit 38 bis 40 Ratsmitgliedern.

Und für die ist dann definitiv kein Platz mehr im alten Ratssaal im Rathaus. Abgesehen davon, dass die 34 Politiker dort bereits jetzt schon beengt sitzen. In Corona-Zeiten kommt der Rat deshalb schon jetzt nicht mehr zusammen, sondern wird durch den kleineren Haupt- und Finanzausschuss ersetzt. Um den Mindestabstand möglich zu machen, trifft sich die Politik zudem nicht mehr im Ratssaal, sondern in der Aula der Gesamtschule.

Das soll aber wohl kein Dauerzustand bleiben.

Deshalb gewinnt eine Idee der CDU an Aktualität. Die Emmericher Christdemokraten haben schon vor geraumer Zeit vorgeschlagen, dass die Stadt Emmerich das Postgebäude am Geistmarkt kaufen soll. Das schöne Gebäude gehört einer Fondsgesellschaft, die Besitzverhältnisse ändern sich gelegentlich.

Noch ist die Post in dem Gebäude Pächter. Doch über einen Weggang der Post vom Geistmarkt wird seit Jahren spekuliert. Vor drei Jahren wurde das Postgebäude zum Kauf angeboten. Der Vertrag mit der Post sei unbefristet, hieß es damals und laufe bis mindestens Juni 2019.

Die Stadt Emmerich will auf jeden Fall vermeiden, dass bei einem Verkauf und Auszug des Gebäudes die Post auszieht und das Haus abgerissen und einer anderen Bebauung weichen muss. Deshalb hat die Stadt eine Gestaltungssatzung über den Geistmarkt gelegt und das Gebäude als platzprägend bezeichnet. Einen Einspruch der Eigentümer gab es nicht, so dass ein Abriss des Gebäudes nicht möglich ist.

Stattdessen könnte die Stadt es kaufen, so die Idee. Wenn die Post unten ihre Räume freimacht, könnten dort Büros des Rathaus einziehen und oben ein neuer Ratssaal entstehen. Platz wäre vorhanden. Der Saal könnte sich über die gesamte Länge des Hauses ziehen.

Das Vorhaben würde zu den Bestrebungen der Stadt passen, den Geistmarkt insgesamt zu verschönern. Entwürfe sind bereits fertig, der Gestaltungswettbewerb läuft. Heute will die Verwaltung im Rathaus den Siegerentwurf für den Platz vorstellen.