1. NRW
  2. Städte
  3. Emmerich

In Emmerich wohnen mindestens 800 Leiharbeiter

Leiharbeit : In Emmerich wohnen mindestens 800 Leiharbeiter

(hg) In Emmerich wurden zum 1. November 2019 insgesamt 353 Personen erfasst, die in den Unterkünften der niederländischen Uitzendbureaus (Leiharbeiterunternehmen) wohnten. Die Dunkelziffer liegt höher.

Die Rede ist von 800. Die überwiegende Anzahl besitzt die rumänische Staatsangehörigkeit. „Wir beobachten, dass polnische Landsleute zunehmend die Unterkünfte der Uitzendbureaus verlassen und eigene Wohnungen anmieten, wobei sie weiterhin bei den Uitzendbureaus beschäftigt sind“, so Schlitt damals. Die Stadt Emmerich geht nicht davon aus, dass sich die Situation in Zukunft entspannen wird. Bei einem Gespräch in Didam vor einigen Monaten haben niederländischen Arbeitgeber deutlich gemacht, dass sie auf Arbeitsmigranten angewiesen seien. Auch in den kommenden Jahren werde man Wohnraum in der deutsch-niederländischen Grenzregion benötigen.

Auf Landesebene hat Emmerich um Hilfe gebeten. Mit elf weiteren Ordnungsbehörden hat man dem Innenministerium die Problematik geschildert. „Das Land hat erkannt, dass die Arbeitsmigration für die Grenzregion eine Herausforderung darstellt“, sagt Schlitt. „Das Land wird uns unterstützen, wo es geht.“

Insgesamt gibt es nach der Datenlage der Stadt in Emmerich 40 Unterkünfte für Leiharbeiter, davon drei in Praest, eine in Vrasselt, acht auf dem Leegmeer, 14 in der Stadt, vier in Hüthum und zehn in Elten.

„Vor allem niederländische Firmen verdienen an diesem Geschäft mit Menschen aus Osteuropa. Sie arbeiten für einen geringen Lohn in den Niederlanden und müssen hier teuren Wohnraum mieten, der ansonsten oft nur schwer zu vermieten ist“, erklärte Thorsten Rupp aus Vrasselt jüngst. Er ist SPD-Kreistagsmitglied.