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Emmerich: Ein Emmericher heiratet auf Bali

Emmerich : Ein Emmericher heiratet auf Bali

Thomas Kleipaß und Melissa Ratnasari Suharto gaben sich das Ja-Wort nach indonesischer Tradition. Zur offiziellen Trauung trugen Brautleute und Eltern Tracht. Am Strand tauschten sie ein zweites Mal die Eheringe.

Wenn der Sohn heiratet, dann ist das für die Eltern schon aufregend. Doch wenn der Sohn im Heimatland seiner Braut heiratet und diese aus Indonesien kommt, dann ist das schon etwas Besonderes. "Wir haben viel erlebt", sagen Bärbel und Herbert Kleipaß, die dabei waren, als ihr Sohn Thomas seiner langjährigen Freundin Melissa Ratnasari Suharto das Ja-Wort gab - nach indonesischer Tradition.

Vor sieben Jahren lernten sich Thomas und Melissa in Singapur kennen, beide waren bei der UBS-Bank beschäftigt. Als Thomas vor fünf Jahren nach London zog, kam seine Freundin hinterher. Die beiden waren viel in der Welt unterwegs - in Island, Amerika, Japan und Marokko, wo sie per Auto und Kamel die Wüste durchquerten. "In Italien haben sie sich im letzten Jahr verlobt und signalisiert, dass sie im nächsten Jahr auch heiraten wollten", erzählt Herbert Kleipaß.

Im Frühjahr erfuhr das Vrasselter Elternpaar dann, dass am 4. Oktober die Hochzeit stattfinden sollte. Also buchten sie einen Flug nach Djakarta. Einige Tage vor dem geplanten Flug gab es dann schlimme Nachrichten. "Ein Teil von Bali war evakuiert worden, weil dort ein Ausbruch des Vulkans Mount Agung drohte", sagt Bärbel Kleipaß. Doch glücklicherweise beruhigte er sich, so dass sie pünktlich im Flieger saßen - Düsseldorf bis Dubai in 6,5 Stunden, von Dubai nach Djakarta in acht Stunden - und am Abend vor der Hochzeit ankamen.

Bärbel Kleipaß hatte keine Zeit zum Ausruhen. Sie musste zur Anprobe, man hatte speziell für sie als Mutter des Bräutigams eine traditionelle Hochzeitstracht hergestellt aus Wickelrock und Spitzenoberteil, auf dem mit der Hand Pailletten aufgenäht waren. Sohn Thomas hatte einige Wochen zuvor - genau nach Anweisung - die Maße aufgenommen. "Ich dachte, das passt nie", schmunzelt Bärbel Kleipaß. Doch - es passte wie angegossen. Am Hochzeitsmorgen ging es bereits um acht Uhr "in die Maske", auch für den Vater des Bräutigams. Zu seiner Überraschung wurde Herbert Kleipaß auch in eine Tracht gekleidet. "Vier Ankleider halfen den sechs männlichen Familienmitgliedern beim Anziehen, ich brauchte nur still zu stehen und die Arme zu heben", erzählt Kleipaß, der Hemd, Weste und ebenfalls einen Wickelrock bekam. "Ich war so eng gewickelt, dass ich nur kleine Schritte machen konnte."

Hochzeitspaar mit Eltern. Rechts: Bärbel und Herbert Kleipaß in indonesischer Tracht. Foto: Kleipaß

Punkt neun Uhr fand dann die Hochzeit in einem mit Blumen und Girlanden wunderschön geschmückten Saal - so groß wie der Saal Kapaunenberg - statt. Über 500 Personen, unter anderem aus England, Deutschland, Indien, Pakistan, Japan und die große Familie schauten zu bei dem amtlichen und offiziellen Trau-Vorgang - quasi wie die Zusammenfassung von Standesamt und Glaubensgemeinde. Ein Muezzin sang, ein Offizieller las die Heirats-Urkunde vor. Danach wurde eine Suppe gereicht. Die Familie wurde "aufgehübscht" und zog hinter einem Zeremonienmeister in den Saal durch das Spalier der Gäste auf die Bühne, wo eine Stunde lang Hände geschüttelt wurden. Danach begann die Fotosession. Gegen 14 Uhr war dann alles vorbei.

Am nächsten Tag flogen alle nach Bali, wo im Familien- und Freundeskreis eine freie Hochzeit am Strand gefeiert wurde. Herbert Kleipaß hielt die Trauansprache. Thomas und Melissa gaben sich noch einmal das Eheversprechen und steckten sich die Ringe an. Im Hotelgarten, der mit Lichtern und Lampions geschmückt war, wurde unter freiem Himmel gefeiert.

Die nächsten Tage machten die Emmericher noch Urlaub auf Bali. Das frisch getraute Ehepaar geht zurück nach London, wird aber bald nach Frankfurt ziehen. Herbert und Bärbel Kleipaß kamen gut gelaunt wieder. "Besonders beeindruckt haben uns die Gastfreundschaft, die Freundlichkeit und die Fröhlichkeit der Leute dort", sagten sie.

(moha)