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Aufregung um die Tiere von St. Marien in Haldern

Streit : Aufregung um die Tiere von St. Marien

Im Streit um die Tierhaltung von St. Marien hat sich ein betroffener Anwohner zu Wort gemeldet. Ihm gehe es nicht um die Abschaffung der Tiere, sondern um einen anderen Standort des Stalls, der baurechtlich nicht zulässig war.

Soll es im Seniorenheim St. Marien bald keine Tiere mehr geben, die seit Jahren zum Konzept der Einrichtung gehören? Diese Frage hat in Haldern für Aufregung gesorgt, nachdem bekannt geworden war, dass der Kreis Kleve den jetzigen Standort eines Schweinestalls auf dem Gelände von St. Marien für unzulässig erklärt hat.

Wie berichtet, sollen die beiden Wollschweine, die dort seit diesem Frühjahr leben, bis zum 6. Dezember von dieser Stelle entfernt werden. Aber möglicherweise hat die Verfügung des Kreises noch weitere Auswirkungen, denn baurechtlich sind auf dem gesamten Außenareals des Altenheims keine Stallgebäude und Tierhaltung erlaubt. Doch St. Marien hat einen richtig kleinen Tierpark mit Eseln, Ziegen, Alpakas, Vögeln und Hühnern. Wie wird es nun mit diesen Tieren, die den Bewohnern, aber dem dem Waldzwerge-Kindergarten ans Herz gewachsen sind, weitergehen?.

Bereits am Dienstag wurde eine Online-Petition ins Internet gestellt, die verhindern soll, dass die Tiere von St. Marien abgeschafft werden. Bis zum Mittwochnachmittag war sie bereits von über 1300 Unterstützern unterzeichnet worden.

Einer der betroffenen Anwohner, der mit seiner Beschwerde beim Kreis Kleve den Stein ins Rollen brachte, hat sich bei der RP gemeldet. Er fühlt sich durch die Reaktionen auf die Berichterstattung zu Unrecht an den Pranger gestellt, denn: „Uns ist es zu keinem Zeitpunkt um die Abschaffung der Wollschweine oder sogar aller Tiere des Altenheims gegangen. Wir haben uns lediglich gegen die Geruchsbelästigung durch die Schweine direkt zu unserer Grundstücksgrenze gewandt. Uns ging es einzig darum, dass die Schweine an einer anderen Stelle gehalten werden.“

Das Altenheim habe die beiden Wollschweine im Frühjahr angeschafft. Mit den Anwohnern sei darüber im Vorfeld aber nicht geredet worden. „Da waren vorher Hühner untergebracht, die haben wir hingenommen. Die Schweine aber stinken. Das bilden wir uns nicht ein, sondern das ist so. Und das ist nicht besonders schön, wenn man im Sommer in seinem eigenen Garten sitzen will“, erklärt der Anwohner.

Er habe mit der Heimleitung sachlich vernünftig über das Thema sprechen wollen. Jedoch habe die dann mitgeteilt, dass die Stadt Rees an der Haltung nichts zu beanstanden habe, es also bei der Situation bleiben würde. Zwischenzeitlich sei vom Heim auch ein Zaun gezogen worden, der aber keine Besserung brachte. Als der Anwohner dann über seinen Anwalt erfuhr, dass nicht die Stadt, sondern der Kreis Kleve die zuständige Behörde für diese Frage sei, habe er die Beschwerde eingereicht. „Es ist nicht unsere Absicht gewesen, aber auch nicht unsere Schuld, dass dies das Altenheim nun vor Probleme stellt“, sagt der Anwohner.

Der Geschäftsführer von St. Marien, Johannes Fockenberg, will jetzt rechtlich klären lassen, was auf dem restlichen Gelände erlaubt ist und was nicht. „Tiere haben immer zur Geschichte des Hauses gehört, aber wenn das baurechtlich nun nicht mehr möglich ist, weil im Laufe der Jahrzehnte ein Wohngebiet um das Heim herum entstanden ist, werden wir die Konsequenzen daraus ziehen müssen, denn wir brauchen Planungssicherheit“, sagte er.

Unterdessen machen sich via Internet immer mehr Unterstützer für den Erhalt des kleinen Tierparks in St. Marien stark. Ziel der Online-Petition „Rettet die Tiere vom St. Marien Altenheim Haldern“ sind 5000 Unterschriften (Adresse: https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-die-tiere-vom-st-marien-altenheim-haldern).

„Diese Tiere sind für die Bewohner des Altenheims weitaus mehr als einfach nur Vieh. Sie gehören zur Familie und geben den alten Menschen Kraft und eine Aufgabe“, heißt es unter anderem zur Begründung der Petition. Und: „Es kann nicht sein dass Einzelne erwirken können, dass damit Schluss sein soll.“

Die Petition richtet sich an Bürgermeister Christoph Gerwers. „Der Ball liegt in dieser Sache jedoch beim Kreis Kleve. Wir haben hier nicht das Heft des Handelns in der Hand. Insofern müsste sich die Petition an den Landrat richten“, sagt der Bürgermeister, der hofft, dass es noch zu einer einvernehmlichen Lösung für alle Beteiligten kommt. „Ich habe St. Marien zu einem Gespräch mit dem Kreis Kleve geraten. Da muss man dann abwarten, was dabei herauskommt“, so Gerwers.