Hochschulpreis verliehen für Unternehmen in Emmerich, Kalkar, Straelen

Forum Kreis Kleve in Issum : Hochschulpreis für engagierte Forscher

In Issum wurde die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft gefeiert. Nachhaltiger Gartenbau aus Straelen, natürliche Kosmetika aus Kalkar und Technik rund ums Kaffeerösten aus Emmerich waren preiswürdig.

Große Bühne und großes Hallo gab es am Mittwoch in Issum für alle, die mit Wirtschaft im Kreis Kleve zu tun haben beim „Forum Kreis Kleve“ der Kreiswirtschaftsförderung. Wie Wachstum am Niederrhein und darüber hinaus funktioniert, dazu gab Richard Lacek-Herbrand einen Einblick in die Firmengeschichte des Autohaus-Unternehmens. Mit Professor Peter Sommer präsentierte Moderator Tom Hegermann einen Unternehmer aus Sevelen, der gleich die Brücke schlug zur Hochschule Rhein-Waal, an der er als Dozent tätig ist. Der Hochschulpreis war der Höhepunkt des Abends. Zwölf Bewerbungen gab es für den Hochschulpreis, in dessen Jury unter anderem Kreiswirtschaftsförder Hans-Josef Kuypers mitentscheidet. Die Wahl fiel auf drei Zusammenarbeiten zwischen der Hochschule und Unternehmen aus Straelen, Kalkar und Emmerich.

Ein gutes Beispiel, wie die Zusammenarbeit mit der Hochschule bis in die Praxis wirkt, liefert die Bachelorarbeit von Naomi Kirsten und Professor Dirk Bockmühl vom Lehrstuhl für Hygiene und Mikrobiologie, der die Arbeit begleitet hat. Naomi Kirsten beschäftigte sich mit der Frage, ob synthetische Kunststoff-Verdicker bei der Produktion von Kosmetika durch natürliche Verdicker ohne Qualitätsverlust ausgetauscht werden können. Die praxisnahe Zusammenarbeit erfolgte mit der bb med.product GmbH aus Kalkar. „bb“ steht für die Geschwister Robert und Ina Beinio. Die untersuchten Rohstoffe werden bei der aktuellen Produktentwicklung berücksichtigt und voraussichtlich 2020 in den Markt eingeführt. „Mehr kann man wohl von einer Bachelorarbeit kaum erwarten“, lobte Landrat Wolfgang Spreen die gelungene Zusammenarbeit. „Einen besseren Pluspunkt im Lebenslauf kann man nicht haben, freute sich die junge Preisträgerin Naomi Kirsten.

Nicht im Labor, sondern in Treibhäusern wächst das „Gold“ der grünen Branche. „Im Gartenbau, hier insbesondere im Topfpflanzenbau, soll nachhaltiges Wirken zur Selbstverständlichkeit werden“, lautet das Credo des Vereins „Nachhaltige Zierpflanzenproduktion“ mit Sitz in Straelen um den Geschäftsführer Markus Baumgärtner, Vorsitzenden Tobias Mund, Stellvertreter Michael Bongers und Kassenwart Matthias Vornbrock. Mit im Boot ist Professorin Dagmar Mithöfer vom Lehrstuhl Agribusiness der Hochschule Rhein-Waal und wissenschaftliche Mitarbeiterin Dirtje Derksen. Mit dem Lehrstuhl Agribusiness wurde die „Definition, Analyse und Bewertung von Nachhaltigkeit im Topfpflanzenbau“ angegangen. Die Arbeitsgemeinschaft Nachhaltiger Topfpflanzenbau NRW und „Das Grüne Medienhaus“ entwickelten eine ressourcenschonende und nachhaltige Anbaumethode.

Tom Hegermann im Gespräch mit Richard Lacek-Herbrand (Herbrand GmbH) und Prof. Dr.-Ing. Peter Sommer (Dr. Sommer Werkstofftechnik GmbH). Foto: Evers, Gottfried (eve)

Szenenwechsel. Raus aus dem Treibhaus, rein in die Welt der Technik, die sich mit dem perfekten Kaffee beschäftigt. Als „einen wichtigen Impulsgeber für die überzeugende Exportquote unseres Kreisgebietes“ bezeichnet Spreen die Probat-Werke von Gimborn Maschinenfabrik GmbH aus Emmerich. Er spricht vom Weltmarktführer im Bereich Maschinen- und Anlagenbau für die Kaffee- und Nahrungsmittelindustrie. Tim Ambrosius beschäftigte sich in seiner Bachelorarbeit mit dem Thema „Implementierung eines smarten Farbsensors in einer Röstersteuerung zur Echtzeitbestimmung des Röstgrades“. Betreut wurde er von Professor Dirk Nissing, Dekan der Fakultät Technik und Bionik am Lehrstuhl für Regelungstechnik. Bisher werden Kaffeebohnen nach Temperatur und Zeit geröstet. Der smarte Farbsensor wäre also eine echte Innovation zur verlässlichen Qualitätskontrolle und Steuerung der Röstung. Durch die Bachelorarbeit von Ambrosius seien dem Unternehmen wichtige Impulse für die weitere Fertigung geliefert worden, ist Wolfgang Spreen überzeugt.

Dass diese Innovationen aus der Wissenschaft durchaus auch mit dem Leben der Zuhörer zu tun haben, machte Moderator Hegermann noch einmal deutlich. Zierpflanzen, Kosmetika und Kaffee, die gibt es in jedem Haushalt.

Den Blick für die Region weiten, das war dann Aufgabe von Professor Dirk Reiser, der am Ende des Abends zum Thema „Nachhaltiger Tourismus: Utopie oder Chance“ referierte.

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