Duisburg: Mahlberg scheidet aus dem Bundestag aus

Duisburg : Mahlberg scheidet aus dem Bundestag aus

Sein Listenplatz reicht nicht. Die Erfolge der AfD auch in Duisburg beunruhigen viele.

Der Blick auf Gewinne und Verluste zeigt es deutlich: In Duisburg hat die SPD mit 8,1 Prozentpunkten die größten Verluste hinnehmen müssen, die CDU verlor "nur" 4,2 Prozentpunkte. Am Ende erreichte die SPD mit nur 32,8 Prozent ihr bislang schlechtestes Ergebnis in Duisburg. Die CDU kam auf 24,2 Prozent. Drittstärkste Kraft ist nun die AfD, die ähnlich wie im Bund auf 13,2 Prozent kam. Auf den Plätzen folgen die FDP (9,4 Prozent), die Linke (8,5) und die Grünen (5,5).

Die AfD punktete vor allem im Duisburger Norden. Im Kommunalwahlbezirk Neumühl lag sie mit 21,4 Prozent nur knapp hinter der CDU (22,6 Prozent). In einem Neumühler Wahlbezirk wurde sie mit 29,7 Prozent stärkste Partei vor der SPD, die es auf 29,0 Prozent brachte. Allerdings reichten hier 182 Stimmen zur Mehrheit, die SPD erhielt vier Stimmen weniger.

Bereits am Wahlabend hatten sich Vertreter aller anderen Parteien entsetzt über den Erfolg der AfD geäußert. Bärbel Bas (SPD), die im Duisburger Südkreis sicher wieder ihr Direktmandat holte, gab sich selbstkritisch: "Ich habe im Wahlkampf festgestellt, dass bei den Menschen große Verlustängste bestehen. Wir müssen uns mit den Problemen der Bürger auseinandersetzen und vor allem die Themen besetzen, die sie in die Arme der AfD getrieben hat. Ich bin zuversichtlich, dass wir da Lösungen anbieten können, wo die AfD vor allem mit Populismus und Hetze agiert."

Ähnlich äußerte sich auch Mahmut Özdemir, der erneut für die SPD den Nordkreis holte und wieder im Bundestag vertreten sein wird. "Der Erfolg der AfD hat gezeigt, dass wir die Bedenken der Bürger ernst nehmen müssen. Wir müssen uns mit den Themen auseinandersetzen, die der AfD zum Erfolg verholfen haben", sagte Özdemir. "Wir müssen den Wählerwillen respektieren. Was ich als Politiker jedoch nicht respektieren werde, sind rassistische und populistische Aussagen der AfD im Parlament. Da müssen wir als demokratische Politiker dagegenhalten", erklärte Özdemir.

Für Thomas Mahlberg (CDU), bislang Bundestagsabgeordneter, reichte es dagegen nicht für einen Wiedereinzug ins Parlament. "Wir haben in NRW nur vier Listenplätze bekommen", sagte er. "Insofern hat es leider nicht geklappt." Wie es jetzt für ihn weitergehe, sie noch nicht ganz klar. "Ich muss das jetzt erst einmal sacken lassen. Auf dem Papier bin ich bei meiner alten Firma freigestellt. Da muss man jetzt mal sehen, ob es da einen Weg zurück gibt. Fakt ist aber, dass ich jetzt nun mal vier Jahre aus dem Beruf raus war." 2013 war Mahlberg noch über die Liste ins Parlament eingezogen.

(RP)