Düsseldorf-Wersten: Ein Stadtteil der kurzen Wege

Stadtteilcheck Düsseldorf-Wersten : Ein Stadtteil der kurzen Wege

Wersten ist bevölkerungsmäßig der größte Stadtteil im Düsseldorfer Süden. Dabei leben hier viele in überschaubaren Vierteln teilweise mitten im Grünen. Und endlich hat der Stadtteil auch wieder eine eigene Drogerie.

Kurze Wege zur Arbeit und in die Kita, nette Nachbarn mit gleichaltrigen Kindern – das wünschen sich wohl viele Familien. Und auch Katharina und Marc Remke wissen ihr gutes Umfeld in Wersten zu schätzen. Vor zwei Jahren sind sie in eine Doppelhaushälfte am Geiselweg gezogen und seitdem dort rundum zufrieden. „In der Krabbelgruppe meiner ältesten Tochter habe ich damals unsere Vermieter kennengelernt“, erinnert sich die 35-jährige Mutter. Nun leben die beiden Familien Tür an Tür. So können sie auch gut gegenseitig auf die Kinder aufpassen.

Auch sonst ist das Leben in der Werstener Siedlung für Familien leicht: Die Töchter Anna (5) und Marie (3) könnten unbeschwert in der Straße Fahrrad fahren und in den Garten gehen. „Der ist wunderschön und es ist unglaublich ruhig. Von der Autobahn hören wir gar nichts“, sagt Katharina Remke. Und sie freut sich, dass im Haus genug Platz für Familienbesuch aus Süddeutschland ist.

Sie und ihr Mann arbeiten beide als Kinderärzte an der Uniklinik. Vor anderthalb Jahren haben sie sich ein E-Bike mit Anhänger gekauft. An der Uni ist es auch schwierig, einen Parkplatz zu finden. „Nur für längere Strecken nehmen wir das Auto. Sonst machen wir alles mit dem Fahrrad“, sagt Katharina Remke. Das gilt für den Alltag mit dem Weg zur Arbeit und der Kita, aber auch zum Einkaufen. Genügend Supermärkte gibt es schon lange. Doch wie viele andere Werstener hat auch die Ärztin die Eröffnung der neuen Drogerie herbeigesehnt. „Für Kinderpflege bekommt man sonst nicht alles, was man braucht.“

Bevor es die Familie nach Düsseldorf zog, lebte sie in Toronto. Wie lange sie in Düsseldorf bleiben, das wird die Zeit zeigen.

Jutta Göbel lebt und arbeitet in Wersten. Foto: Bretz, Andreas (abr)

Jutta Göbel ist ein Kind des Südens, auch wenn sie zwischendurch in Bilk wohnte. 2003 zog sie mit ihrem Mann Stefan und den Kindern Janina und Lea nach Wersten – in ein Neubaugebiet am Guerickeweg. „Die Siedlung ist damals erschlossen worden“, sagt die 58-Jährige, die in der Katholischen Grundschule am Rheindorfer Weg arbeitet. „Wir sind von den Alteingesessenen herzlich aufgenommen worden“, sagt sie, und der gute Kontakt ist geblieben.

Nur wenige Meter von der Kölner Landstraße entfernt wohnt sie und schätzt die gute Anbindung mit der Bahn. Doch in Wersten ist sie meist mit dem Fahrrad unterwegs. „Ich hab hier tolle Einkaufsmöglichkeiten“, meint sie. Aldi, Rewe um die Ecke, den guten Metzger, die Bäckerei und „endlich wieder einen Drogerie-Markt. Darauf haben wir Werstener sehnsüchtig gewartet“.

Allerdings meidet sie mit dem Rad die Kölner Landstraße, weil auf den Radwegen oft Autos parken. „Da fahre ich lieber durch die Kuhle.“ Auch mit den Kindern ihrer Schule zieht es sie ins Grüne. Beliebtes Ziel: der Spielplatz an der Otto-Hahn-Straße. Jutta Göbel bedauert, dass in ihrer Tempo-30-Straße immer mehr Autos durchrasen. Lobenswert sei, dass vor der Sparkasse Pfähle eingesetzt worden sind, damit die Autos nicht parken können. Kulinarisch betrachtet könnte es in Wersten ein paar Restaurants mehr geben. Bei Sato, dem Asiaten, wird sie immer fündig. „Und beim Griechen gibt es spätabends, wenn wir nach einem Abendspiel kommen, auch immer noch etwas zu essen“, sagt der Fortuna-Fan. Birgit Wanninger

Sonja Schmitz

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