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Manege frei für kleine Künstler in Düsseldorf-Westen

Zirkusprojekt : Manege frei für kleine Künstler

An der Henri-Dunant-Grundschule macht ein Mitmachzirkus Station. Statt Mathe steht nun Akrobatik auf dem Stundenplan.

Benedikt Kons rinnt der Schweiß von der Stirn: Mit anderen Vätern ist er gerade dabei, Lampenstrahler unter der rot-gelben Zeltkuppel anzubringen. „Ihr müsst doppelt sichern“, ruft Gino Bichlmaier den eifrigen Männern auf den hohen Leitern zu, „einmal mit Schellen, dann noch mit Stahlseilen.“ Benedikt Kons ist eigentlich von Beruf Texter, Glühbirnen auswechseln, Regale aufbauen, verstopfte Abflüsse säubern: Das ist alles kein Thema für den handwerklich nicht ungeschickten Familienvater, aber ein großes Zirkuszelt für rund 400 Gäste eben schon.

Eine Woche werden die Schüler der Henri-Dunant-Grundschule ihre Klassenräume gegen die Manege vom Mitmachzirkus „Circus Soluna“ eintauschen, statt Mathe steht Akrobatik auf dem Lehrplan und im Unterricht soll nun auch bitte jeder, der Lust hat, den Clown machen. Das Zelt wurde von engagierten Eltern und Helfern auf dem Schützenplatz aufgebaut. Dass Gino Bichlmaier diese körperlich anstrengende Arbeit nicht zum ersten Mal macht, lässt sich auf den ersten Blick erkennen – der kräftige, braungebrannte „Naturbursche“ ist muskelbepackt, schleppt schwere Gitter- und Stahlkonstruktionen, ohne mit der Wimper zu zucken. „Ich bin ein richtiger Zirkusmensch“, erklärt er mit bayrischem Akzent, „ich bin in die Zirkuswelt hineingeboren worden, habe nie was anderes getan. Ich mache alles, bin mal Zirkusdirektor, mal der Clown, mal baue ich das Zelt mit auf und ab, so wie jetzt.“

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Zur Mittagszeit steht schon das gesamte Gerüst einschließlich Zeltkuppel. „Als wir gefragt haben, wer beim Aufbau hilft, haben sich direkt Väter, Mütter oder auch beide von 47 Kindern gemeldet, das ist schon echt toll, was unsere Eltern an Engagement zeigen“, freut sich die Schulpflegschaftsvorsitzende Nina Gawlick. „Viele Eltern haben sich sogar die ganze Woche frei genommen, um aktiv während der Projektwoche vor Ort zu sein und zu unterstützen.“

Es ist eine schöne Stimmung auf dem Schützenplatz, der Aufbau scheint den allermeisten – trotz Hitze und knallender Sonne – Spaß zu machen. „Das hat echt was“, schwärmt Benedikt Kons, „so ein Zirkuszelt weckt Erinnerungen, das ist was Besonderes.“ Seine Tochter Nikita (8) wird auch zur Artistin, in welchem Bereich, weiß er noch nicht. „Es ist so, dass den Kindern am ersten Tag die Möglichkeiten vorgestellt werden und wer letztlich Jongleur, Trapezkünstler oder Artist wird, das entscheiden die Schüler selbst“, so Schulleiterin Melanie Gregrowicz. „Aber egal, was sie tun, es wird ihnen Freude bereiten, sie stärken, ihr Selbstwertgefühl wachsen lassen. Das weiß man von pädagogischen Zirkusprojekten.“