Pläne für Glasmacherviertel werden wieder verändert

Glasmacherviertel in Düsseldorf-Gerresheim : Der Wasserturm rückt ins Zentrum

Der Projektentwickler hat in der Bezirksvertretung 7 vorgestellt, welche Veränderungen er an den Plänen für das Glasmacherviertel in Gerresheim vornehmen will. Der alte Wasserturm soll in jeder Hinsicht zum Zentrum des Viertels werden.

An den Grundstrukturen des städtebaulichen Entwurfs für das Glasmacherviertel wolle er nichts ändern, betont Ulrich Tappe in der Sitzung der Bezirksvertretung 7. Ein paar Optimierungen hätte die vom Investor Brack Capital abgespaltene, für das umfangreiche Bauvorhaben neu gegründete Glasmacherviertel GmbH dann aber schon vornehmen müssen. Und die haben es durchaus in sich.

Die vielleicht spektakulärste Neuerung: Die eigentlich „auf einer Verkehrsinsel“ (Tappe) am Rand des Neubauviertels geplante Kita soll in eines der drei Denkmäler ziehen. Wobei Tappe Kesselhaus und Kraftwerk als „ein Gebäude“ betrachtet. Den Gedankenspielen in Gerresheim, dort ein (Glas-)Museum oder einen Bürgersaal unterzubringen, erteilt der Geschäftsführer damit eine Absage: „Finanziell nicht darstellbar.“ Nicht ausschließen wolle er jedoch, dass dort saalähnliche Räumlichkeiten entstehen, die dann nach Schließung der Kita auch anderweitig genutzt werden könnten.

Die wird es auf jeden Fall im Lieblingsprojekt von Tappe geben: Das dritte denkmalgeschützte Gebäude auf dem Glashüttengelände, der alte Wasserturm, soll in jeder Hinsicht zum Zentrum des Viertels werden. Freigestellt und nicht zwischen Häusern eingezwängt, wie in der ursprünglichen Planung. Mit einem Café und Restaurant im Erdgeschoss eines neuen, in die Kubatur des bestehenden Stahlgerüsts eingefügten Gebäudes, dem Baubüro des Projektentwicklers mit Showroom darüber und einer Terrasse mit einmaligem Blick über Gerresheim ganz oben. „Es wird das Auftaktprojekt und der Kristallisationspunkt des Geländes“, schwärmt Tappe.

Der Investor will alles „von A bis Z“ im eigenen Unternehmen halten, „damit wir auch früh anfangen können zu bauen“, sagt der Immobilienmanager. Begonnen wird im Heyeviertel zwischen Torfbruch- und Heyestraße. Dort sollen die Innenhöfe der Häuser geschlossener als ursprünglich gestaltet werden, „um mehr Privatsphäre zu garantieren“, die Straßen zudem als Mischfläche (wie in Grafental) konzipiert werden: innen gepflastert, außen geteert.

Die Lärmschutzwand kommt weg, „das ist nur ein Ver­slumungs-Element, das Grafitti-Sprayer anlockt“. Tappe präferiert entlang der Bahnlinie versetzte Gebäude mit Glasfugen. Ein weiterer gravierender Eingriff: Die Doppelerschließung im Norden (auch über die Straße Nach den Mauresköthen) entfällt, „es gibt eine Erschließungsachse mit Wendehammer, das vermeidet auch Schleichverkehre“, so Tappe. Letzter Punkt: Tappe wünscht sich gegenüber des Bahnhofs aus städtebaulicher Sicht ein markantes Eckgebäude, „vielleicht achtstöckig – muss aber nicht sein“.

Die Stadt stehe den Änderungen durchaus wohlwollend gegenüber, erklärt Planungsamtsleiterin Ruth Orzessek-Kruppa, „natürlich müssen wir das jetzt sorgfältig prüfen“. Nach ihrer Rechnung würden die Änderungen dazu führen, dass statt wie geplant 1500 nun 1800 Wohnungen entstehen – was Tappe zurückweist: „Es werden höchstens 1600. Gerade die freifinanzierten Wohneinheiten bauen wir später eigentlich immer größer als anfangs geplant. Glauben Sie mir. Ich habe 40 Jahre Erfahrung in der Branche.“

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