Gastronomie : Neues Konzept für ehemalige Fuchsjagd

Die Großgastronomie am Alten Markt in Gerresheim heißt jetzt Brauhaus am Quadenhof. Doch auch das nur übergangsweise. Pächter Sebastian Minx plant eine Runderneuerung. Statt Schlüssel Alt gibt es ab sofort Bolten.

Es gibt wohl kaum eine Gastronomie in Düsseldorf, die in den vergangenen Jahren wegen ständiger Querelen derart häufig in die Schlagzeilen geriet wie die (ehemalige) Fuchsjagd . Anwohner klagten in einem über mehrere Jahre sich hinziehenden Verfahren vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster aufgrund des zu hohen Lärmpegels gegen die erteilte Baugenehmigung. Einem beantragten Umbau hätte wegen der Dimension mit bis zu 320 Plätzen niemals stattgegeben werden dürfen. Der alte Pächter warf entnervt das Handtuch, Burkhard Walter, Besitzer der Immobilie, machte Mitte 2017 auf eigene Faust und auf kleinerer Fläche (die Plätze auf der Empore fielen komplett weg) weiter. Dennoch: Der Rechtsstreit ist noch nicht ausgestanden, auch gegen die neue Baugenehmigung wurde Klage eingereicht.

Walter hat ungeachtet dessen eines offenbar auf jeden Fall richtig gemacht, als er Sebastian Minx zum neuen Betriebsleiter ernannte – mit der Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt als Pächter aufzurücken. Diese Option zog Minx im Sommer 2018, „eine optimale Lösung für alle“, wie er findet. Seitdem weht jedenfalls ein anderer Wind im und rund um das Brauhaus am Quadenhof, wie das lange namenlose Lokal inzwischen heißt. Denn statt auf Konfrontation setzt der neue Pächter, der sein Handwerk in den Altstadt-Restaurants von Primo Lopez erlernte, auf Kommunikation. „Er sucht das Gespräch mit den Nachbarn, versucht alle Parteien an einen Tisch zu kriegen, das kommt an“, beschreibt Mitarbeiterin Nicole Liebe. In den heißen Sommermonaten durfte so auch wieder eine verkleinerte Terrasse auf dem Alten Markt aufgebaut werden (statt 300 nur 120 Sitzplätze), das war zwischenzeitlich komplett untersagt. Und zur Fußball-WM in Russland konnte das Geschehen auf dem Rasen an Bildschirmen verfolgt werden. Ohne Ton zwar, aber aus deutscher Sicht war die WM ja ohnehin relativ schnell uninteressant. Auch steht ein neues Schallgutachten aus, da sich der Geräuschpegel durch die neue Anordnung der Tische anders verteilt. Aber es hat ja auch niemand gesagt, dass es leicht werde, diese Gastronomie zu führen.

Der Name Brauhaus am Quadenhof wird auch bald wieder verschwinden, denn Minx schwebt im neuen Jahr eine Runderneuerung vor. Was genau den Gast erwartet, will der Pächter noch nicht verraten, das fertige Konzept soll erst im Herbst so richtig greifen. Die erste Neuerung ist aber bereits umgesetzt: Nach Füchschen Alt und Schlüssel Alt wird jetzt Bolten Alt ausgeschenkt, dazu gibt’s als Alternative Pilsener Urquell. „Weil es das Alt mit der längsten Tradition ist“, begründet Minx, und genau in diese Richtung sollen auch die Veränderungen gehen. „Ich liebe das Storytelling“, sagt der Geschäftsführer und meint damit das Geschichten erzählen, die Fokussierung auf historische Werte, in diesem Fall eben über die Gastronomie. So wie man es aus anderen urigen Brauhäusern in der Altstadt kennt.

Das jedoch will Minx verknüpfen mit jungem Charme. „Von meinen rund 50 Mitarbeitern sind fast 30 um die 20 Jahre alt“, nennt er ein Beispiel. Auch an der Küche soll man das neue Konzept ablesen können. So gibt es schon jetzt vegane und vor allem auch eingedeutschte Bowls (etwa Blumenkohl mit Curry und Zimt). „Aber der eigentliche Brauhaus-Charakter soll natürlich erhalten bleiben. Nur eben mit mehr Liebe zum Detail“, sagt Sebastian Minx.

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