Wohnen im alten Bunker an der Heyestraße in Düsseldorf-Gerresheim

Wohnen in Düsseldorf : Ein Bunker soll das Eingangstor von Gerresheim werden

Ein Investor will die Fassade des Hochbunkers an der Heyestraße in Düsseldorf-Geresheim begrünen. 24 neue Wohnungen sollen entstehen, zusätzlich gibt es eine Jugendwohngruppe. Die Politik zeigt sich begeistert.

Selten waren die Politiker in der Bezirksvertretung 7 derart einhellig begeistert bei der Vorstellung eines neuen Wohnprojekts. Im Schatten des Glasmacherviertels möchte David Wodtke den schäbigen Hochbunker an der Heyestraße in Gerresheim in ein Schmuckstück verwandeln. „Was Besseres und Schöneres“ könnte ich mir für diesen Standort nicht vorstellen“, geriet Eva Mörger (Grüne) ins Schwärmen.

Fast ein wenig verlegen konnte Wodtke in der Sitzung dann auch schnell den vermeintlich einzigen Minuspunkt bei der Planung entkräften. Denn die graue, trotz der großen, senkrecht verlaufenden Fensterbänder im Industriedesign doch etwas trist wirkende Fassade des Hochbunkers soll begrünt werden, „eine Mischbepflanzung, vielleicht mit wildem Wein, ich nehme da gerne Anregungen des Gartenamtes auf“, so Wodtke. Was Elke Fobbe (SPD) entzückte: „Das wird kein Nobelbau, hier sollen Familien mit mehreren Kindern und auch eine Jugendgruppe einziehen.“ Sönke Willms-Heyng (FDP) meinte: „Das ist kein Fremdkörper, sondern ein identitätsstiftendes Eingangstor für Gerresheim.“

Ein Hingucker dürfte ebenfalls das gläserne Penthouse (das wohl doch eher für Besserverdienende gedacht ist) auf dem Hochbunker sein, auch die Fassade aus Recycling-Klinker an dem angebauten Flachbunker ist außergewöhnlich. Insgesamt sollen 24 Wohnungen und eine Kindertagespflege entstehen, im Erdgeschoss sind ein Bio-Supermarkt, ein Bio-Imbiss sowie eine Kita geplant. Zwölf Stellplätze gibt es in der Tiefgarage, neun weitere an der Nachtigallstraße.

Die Gefahr, dass der um drei zusätzliche Wohngeschosse aufgestockte Hochbunker für umliegende Bauvorhaben womöglich eine Referenzhöhe darstellen könnte, schloss Andrea Marienfeld von der Bauaufsicht aus: „Das wird als Einzelfall betrachtet.“ Die Baugenehmigung erhielt Wodtke einstimmig, er hofft noch dieses Jahr anfangen zu können, „dann beträgt die Bauzeit genau 18 Monate.“

Mehr von RP ONLINE