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Gastronomie: Ältester Italiener mit neuer Adresse

Gastronomie : Ältester Italiener mit neuer Adresse

Wenn sie nicht vor fast 35 Jahren Lust auf eine leckere Pizza gehabt und er sie nicht bedient hätte - dann wären Marina und Massimo Fresa wohl nie ein Paar geworden.

Wenn sie nicht vor fast 35 Jahren Lust auf eine leckere Pizza gehabt und er sie nicht bedient hätte - dann wären Marina und Massimo Fresa wohl nie ein Paar geworden.

Aber Massimo, damals Kellner im "Da Bruno" - Düsseldorfs ältestem italienischen Restaurant - hatte sofort ein Auge auf die schöne Dunkelhaarige geworfen. Die in Düsseldorf geborene Fremdsprachenkorrespondentin ist nicht nur Italienerin, sondern ihre Familie stammt wie seine aus der Region Abruzzen in Mittelitalien.

"Sie war schon eine Rarität", erinnert sich der 54-Jährige schmunzelnd. Die beiden verstanden sich auf Anhieb, und als Massimo dann das seit 1962 alt eingesessene "Da Bruno" an der Graf-Adolf-Straße/Ecke Scheurenstraße im Jahr 1985 als Chef übernahm, war seine Frau sofort mit an Bord und managt seitdem alles.

Seit zwei Wochen ist nun vieles anders: Der alte Mietvertrag war ausgelaufen, das Haus wurde an einen Investor verkauft, es soll zu Studentenappartements umgebaut werden. Also war kein Platz mehr fürs "Da Bruno". Die Fresas und ihr Team mussten raus. "Doch zum Glück", so die Chefin, fanden sie ein neues Domizil 200 Meter entfernt an der Karlstraße 16. Von weitem sichtbar, flattert an der Hausfassade die italienische Flagge. Die Fensterfront reicht bis zum Boden und lässt sich komplett öffnen. Innen wurde bis auf die bereits vorhandene Küche alles renoviert und im Da-Bruno-Stil eingerichtet.

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"Wir sind froh, dass wir ganz in der Nähe ein passendes Lokal gefunden haben", sagt Marina Fresa. Denn schließlich schätzen nicht nur Prominente wie Hanna Schygulla oder Katja Ebstein, Otto Sander oder Dieter Hildebrandt (beide Ende 2013 gestorben) "ihren" Italiener. Zu den Stammgästen zählen auch das internationale Messe-Publikum, zahlreiche Landsleute und viele Gäste aus der Nachbarschaft, den umliegenden Büros und Hotels.

Wie schafft man es durch all die Jahrzehnte so erfolgreich zu sein - und das an einem Standort, der nicht gerade zu den hippsten der Stadt gehört? "Unsere Speisen sind besonders", erklärt Massimo Fresa. "Wir nehmen die alten Rezepte unserer Mütter aus den Abruzzen. Das ist einmal die Bauern- und Hirtenküche aus den Bergen und Bergtälern mit ihren einfachen und würzigen Gerichten, aus Lamm, Suppen, Käse und Kräutern. Und natürlich die Meeresküche - denn die Region grenzt auch ans Meer, an die Adria. Beides haben wir modernisiert - einfach und wohlschmeckend."

Und so familiär, wie es zu Hause bei La Mamma am Küchentisch zugeht, betreiben die Fresas auch ihr Restaurant. Hinzu kommt, dass vor allem ausländische Geschäftsleute die Vielsprachigkeit ihrer Gastgeberin schätzen. Immerhin spricht Marina Fresa sechs Sprachen fließend - neben Deutsch und Italienisch auch Englisch, Französisch, Spanisch, Kroatisch. Ihr Sprachtalent hat offenbar die Tochter geerbt. Sie arbeitet als Übersetzerin, während der Sohn als Koch im Hyatt am Herd steht. Dagmar Haas-Pilwat

(RP)