Haushaltsdebatte Sozialarbeiter für jede Düsseldorfer Schule

Düsseldorf wird die Schulsozialarbeit weiter ausbauen. Künftig soll es keine Schule ohne eine solche Fachkraft mehr geben. Darin war sich im Jugendhilfe-Ausschuss die Ampel-Kooperation aus SPD, FDP und Grünen mit der oppositionellen CDU einig.

 Konflikte zu schlichten, gehört zu den zahlreichen Aufgaben der Schulsozialarbeiter.

Konflikte zu schlichten, gehört zu den zahlreichen Aufgaben der Schulsozialarbeiter.

Foto: dpa/Oliver Berg

Zu einem gemeinsamen Votum kam es bei den Haushaltsberatungen am Dienstag dennoch nicht. Während die Christdemokraten an jedem Gymnasium eine Vollzeitstelle schaffen wollen, wählte die Ampel eine Formulierung, die auch eine Ausstattung mit einer halben Stelle zulassen würde. Bislang haben sieben Düsseldorfer Gymnasien keinen Sozialarbeiter. Zehn Gymnasien verfügen über Teilzeit-Stellen. Auch an diesen Standorten wollen die Christdemokraten das Angebot auf eine volle Stelle erhöhen. Ebenfalls auf der Agenda: Für Grundschulen mit besonderem sozialen Handlungsbedarf soll der Stundenanteil der Kräfte, die unter anderem bei der Lösung von Konflikten helfen, steigen. „Wir wollen dafür insgesamt fünf zusätzliche Vollzeitstellen schaffen“, sagt CDU-Schulexperte Florian Tussing.

Für die Ampel begründete Claudia Bednarski (SPD), warum die Ampel einen anderen Weg bevorzugt. „Uns ist wichtig, dass in einem ersten Schritt jede Schule ab dem Schuljahr 2020/21 über einen Sozialarbeiter verfügt. Im zweiten Schritt fordern wir ein Konzept, das mit Blick auf die Größe der Schule und die jeweiligen sozialen Anfordeungen den Stellenumfang genauer beschreibt.“ Grundgedanke sei, den Ausbau am Bedarf vor Ort zu orientieren.

Für die Liga der Wohlfahrtsverbände, deren Mitglieder mit Unterstützung des Landes NRW auch Schulsozialarbeiter beschäftigen, beantragte Awo-Geschäftsführerin eine bessere finanzielle Unterstützung aus dem kommunalen Etat. „Das Land passt seine Zahlungen nicht an. Wir sind in diesem Bereich unterfinanziert. Wird diese Lücke noch größer, ist ein Teil unseres Angebots gefährdet“, so Warden. Wegen der besonderen Verhältnisse im Jugendhilfe-Ausschuss, in dem auch Vertreter der Sozial- und Jugendverbände ein Stimmrecht haben, erhielten die Anträge der Christdemokraten und der Wohlfahrtsverbände eine knappe Mehrheit. Das kann sich freilich noch ändern. Die letzte Entscheidung über Haushaltsanträge fällt der Rat in seiner Sitzung im Dezember.

Aktuell gibt es an insgesamt 144 Standorten in Düsseldorf Schulsozialarbeiter mit jeweils unterschiedlichen Stundenkontingenten. An der Notwendigkeit eines Ausbaus gibt es in der Politik keine Zweifel.