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Ingenhoven-Tal in Düsseldorf wächst nach oben und unten

Großbaustelle in Düsseldorf : Ingenhoven-Tal wächst nach oben und unten

Zu Besuch auf der Baustelle Kö-Bogen II: Es wird gebuddelt und betoniert. Das Projekt ist im Plan, die Geschäfte öffnen aber erst im Sommer/Herbst 2020.

„An dieser Baustelle ist gar nichts einfach“, sagt Thomas Bosschieter. Er ist Projektleiter für den Tiefbau bei Düsseldorfs aktuell ungewöhnlichster Baustelle, dem Kö-Bogen II. Die wichtigsten Fakten zum 600-Millionen-Euro-Projekt:

Das Vorhaben Hauptbau ist der Shopping- und Bürokomplex an der Schadowstraße/Gustaf-Gründgens-Platz. Er hat vier unterschiedlich hohe Ecken und orientiert sich an der jeweiligen Umgebung, zu P&C hin sind es 28 Meter (höchster Fassadenpunkt), zum Schauspielhaus 19 Meter (niedrigster Eckpunkt). Bereits gut zu erkennen ist das benachbarte Dreiecksgebäude mit dem aufsteigenden Dach. Die Bauten bilden mit ihren schrägen Fassaden ein V, durch das Fußgänger zum Schauspielhaus schauen können. So entstand der Name Ingenhoven-Tal nach Architekt Christoph Ingenhoven. Dieser Name soll jedoch nicht der endgültige sein, mehr als 1000 Vorschläge sind bereits eingegangen, bis zum 20. Februar ist die Beteiligung unter www.koebogen-2.de möglich möglich.

Der Baufortschritt Beim Hochbau muss noch der Rohbau für das vierte Obergeschoss betoniert werden. Bei der Besichtigung unter der Erde wird klar, was das Projekt so herausfordernd macht. Die 420 Meter lange und 30 Meter tiefe Spundwand, die die Baustelle umschließt, konnte größtenteils nicht nach außen verankert werden. Also wurden bereits zwei Decken der fünf unterirdischen Geschosse als aussteifende Elemente gebaut. Diese halten nun tausende Tonnen Beton. 46 provisorische Stützen helfen dabei. Am Ende tragen 101 Primärstützen den Komplex. Sie tragen in den tieferen Ebenen jeweils zurzeit mehr als 400 Tonnen. Allein 5,50 Meter hoch ist die Decke im Erdgeschoss, die Spannweite der Stützen in den Handelsgeschossen beträgt 15 Meter.

Aktuell bietet sich in der Tiefe ein gespenstisches Szenario. Vier Radlader sind unter dem Boden der alten Theater-Tiefgarage dabei, Erdreich abzutragen und zu einem Sammelpunkt zu bringen. Durch ein großes Loch in den bereits gegossenen Decken greift ein Bagger zwölf Meter in die Tiefe und holt das Erdreich nach oben. Es wird von 80 Lkw pro Tag abtransportiert. Die Tiefgarage des Schauspielhauses war 19 Meter tief, die neue hat ihr Fundament in 26 Meter Tiefe – es wird gerade gegossen und ist ein Meter dick.

Derzeit wird noch Grundwasser abgepumpt, damit das Gebäude nicht angehoben wird. Es springt übrigens an der Schadowstraße in fünf Meter Tiefe um zwölf Meter zurück, um den Grundwasserdurchfluss zu gewährleisten – in der dicht bebauten City mit Tiefgaragen, Autotunneln und U-Bahn sehr wichtig.

Zeitplan „Wir sind im Zeitplan“, sagt Jürgen Mentzel, Leiter der Projektentwicklung von der Investorengruppe Centrum-Düsseldorf/B&L Hamburg. 2016 begann der Abriss der Altbauten, Baustart war im Januar 2017. Anfang 2020 sollen die 24.000 Quadratmeter Handelsfläche an die Mieter übergeben werden (u.a. Mango, TK Maxx, Aldi, dm). Zudem gibt es 5500 Quadratmeter Büroflächen. Die Eröffnung des Gesamtkomplexes erfolgt aber erst im Sommer/Herbst 2020, wenn die Schadowstraße umgebaut ist.