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Düsseldorf-Eller: 29-Jähriger kündigt Suizid im Internet an

Düsseldorf-Eller : 29-Jähriger kündigt Suizid im Internet an

Ein 29 Jahre alter Niederländer hat in Düsseldorf-Eller für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt. Die Beamten wollten einen Suizid verhindern.

Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei ist am Freitagabend ausgerückt, um einen erweiterten Suizid zu verhindern, der im Internet zuvor von einem 29-jährigen Niederländer angekündigt worden war. Der junge Mann war nach Angaben der Polizei zu Besuch bei einem 54 Jahre alten Bekannten in Eller.

Die Beamten rückten gegen 21.30 Uhr zu dem Mehrfamilienhaus an der Dietrichstraße aus. Beide Männer wurden widerstandslos in der Wohnung festgenommen. Nach intensiver Durchsuchung der Räumlichkeiten und Vernehmung der beiden Männer konnte der mutmaßliche Suizidversuch aufgeklärt werden.

Wie ein Sprecher auf Anfrage sagte, hatte der 54-Jährige in Eller lebende Mann seinem Besuch vertrauensselig seinen Internetzugang zur Verfügung gestellt. Der 29-Jährige hatte einen vermutlich verwirrenden Text bei Facebook veröffentlicht und an eine bestimmte Person adressiert. Als „Kauderwelsch“ bezeichnete der Polizeisprecher den Post. Da der Text in einer slawischen Muttersprache des 29-Jährigen verfasst war, mussten die niederländischen Behörden ihn nach einem Hinweis übersetzten und schlossen daraus auf die Androhung eines erweiterten Suizids. Der Fall wurde dann an die Düsseldorfer Polizei übergeben.

Die Spezialeinsatzkräfte konnten aufgrund der Internet-Veröffentlichung lokalisieren, wo sich die beiden Männer aufhielten. Als sich die Beamten Zutritt zur Wohnung verschafften, muss das besonders für den 54-jährigen und wohl völlig ahnungslosen Mann ein ziemlicher Schock gewesen sein, wie die Polizei betont. Der 29-Jährige habe Reue gezeigt: „Er weiß, dass er Blödsinn gemacht hat, er hat aber nichts Schlimmes vorgehabt“, soll er den Beamten versichert haben.

Seine Facebook-Veröffentlichung sei völlig falsch übersetzt worden, hat der junge Mann laut Polizei betont. Beide Männer sind wieder auf freiem Fuß. Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten gegen den Niederländer eingeleitet.

(bpa)