Immobilien in Düsseldorf: Käufer investieren Milliarden

Platz 5 bundesweit: Immobilienkäufer investieren Milliarden in Düsseldorf

Investoren haben im vergangenen Jahr für 4,8 Milliarden Euro Immobilien in der NRW-Landeshauptstadt gekauft. Düsseldorf ist damit bundesweit unter den Top fünf.  Bei den Büro-Vermietungen fehlt es an freien Flächen.

Große Immobilien-Käufer drängen verstärkt nach Düsseldorf: Erstmals hat der Investment-Markt in der Landeshauptstadt 2018 die Marke von vier Milliarden Euro geknackt. Die Gesamtsumme der Investitionen in der Stadt betrug 4,1 Milliarden Euro, wie das Immobilienunternehmen JLL berichtete – rechnet man Wohnimmobilien ab zehn Einheiten und Krankenhäuser dazu, sind es sogar knapp 4,8 Milliarden Euro. Düsseldorf habe sich damit an die vier stärksten deutschen Metropolen (München, Berlin, Hamburg, Frankfurt) heran geschoben und im zweiten Halbjahr sogar vor München gelegen, erklärte der Düsseldorfer Niederlassungsleiter Marcel Abel.

Gleich vier Gebäude wechselten für mehr als 200 Millionen Euro die Besitzer. Teuerstes Objekt war der Metro-Campus in Flingern, den die Arminius Group für 270 Millionen Euro erwarb. Dahinter folgten die IKB-Zentrale an der Uerdinger Straße (230 Millionen Euro), das Stadttor (knapp über 200 Millionen Euro) und als einziges Wohngebäude in dieser hohen Preisklasse der noch im Bau befindliche Upper Nord Tower (genauer Kaufpreis unbekannt) an der Mercedesstraße.

Die Investitionen lagen fast eine Milliarde höher als im Vorjahr, wie der Senior Teamleader Office Investment bei JLL, Wolfgang Finke, berichtete. „Damit steigen wir so richtig in die Champions League auf.“ Die Stadt arbeite zudem daran, weiter attraktiv für Investoren zu bleiben. So entstehen mit dem Hochhausrahmenplan und dem „Blau-grünen Ring“ derzeit Konzepte, die die weitere Entwicklung der Stadt spürbar beeinflussen werden.

Foto: Fotos: dpa, Bauch, Busskamp; Grafik: Podtschaske

Verringert hat sich dagegen die Zahl der Käufe durch Projektentwickler. Die Gründe seien vielfältig, so die Experten von JLL. Vielen dauerten die Prozesse in Düsseldorf zu lang – zudem gibt es nur eine begrenzte Zahl entwickelbarer Flächen und Gebäude und oftmals Bieterwettbewerbe. „Die Entwickler müssen aber schon mit höheren Baukosten kalkulieren und zudem hoffen, dass sie überhaupt ein Bauunternehmen finden“, so Finke.

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Bei den Büro-Vermietungen sind die Zahlen hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Mit 415.000 Quadratmetern neu vermieteter Fläche sei das Jahr zwar an sich gut ausgefallen, so Marcel Abel. Weil aktuell aber mehrere Firmen große Flächen (mehr als 30.000 Quadratmeter) in der Stadt suchen, habe man mit mehr großen Vertragsabschlüssen gerechnet. Die größte Neuvermietung des Jahres war mit 35.000 Quadratmetern die des an der Schwannstraße entstehenden Heinrich-Campus: In den Neubau auf der Fläche des ehemaligen Straßenverkehrsamtes wird das Beratungsunternehmen Deloitte einziehen.

Dass einige weitere Groß-Abschlüsse nicht zustande kamen, dürfte an der begrenzten Flächenauswahl liegen. Nur noch knapp 7 Prozent der Düsseldorfer Büros stehen leer. Im begehrten zentralen Geschäftsviertel rund um die Königsallee sind gerade einmal vier Prozent der Flächen frei. Auch größere zusammenhängende Büroflächen sind Mangelware: Will ein Unternehmen mehr als 20.000 Quadratmeter im Bestand anmieten, gibt es aktuell in ganz Düsseldorf nur ein Gebäude (Albertus-Bogen in Heerdt), in dem so viel Platz frei wäre. Auch die Auswahl über 10.000 Quadratmeter ist begrenzt. Dazu kommt, dass aktuell viele Firmen zwar von größeren in kleinere Flächen ziehen, sie dafür aber größeren Wert auf einen modernen Zuschnitt und neue Ausstattung legen.

Dass es weniger leere Büros gibt, liegt nicht zuletzt auch an der steigenden Zahl von Umwandlungen solcher Gebäude in Hotels oder Wohnungen. Am Seestern beispielsweise, wo anstelle der früheren Horten-Zentrale 700 Wohnungen entstehen. Auch in diesen Bereichen ist die Nachfrage nach Flächen in der Landeshauptstadt ungebrochen stark.

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