Stadtbezirk 8: Güterstrecke könnte Problem werden

Ausblick : Güterstrecke könnte ein Problem werden

Die Taktung soll deutlich erhöht werden. Das bereitet Bezirksbürgermeister Gerwald van Leyen Sorgen. Außerdem wichtig für den Stadtbezirk 8 wird die Jugendfreizeiteinrichtung Bernburger Straße.

Irgendwann, sagt Gerwald van Leyen (CDU), ist auch mal gut. Spaß hat dem Bezirksbürgermeister im Stadtbezirk 8 die Politik zwar immer gemacht, aber noch mal kandidieren will er nicht. Die Gesundheit. Am liebsten würde der Chef des Eller Rathauses CDU-Fraktionssprecherin Dagmar von Dahlen als Nachfolgerin sehen, „wenn es die Resultate zulassen, dann könnte ich mir vorstellen, das Amt zu übernehmen“, sagt von Dahlen. Bis es soweit ist, gibt es noch ein paar Themen in Eller und Vennhausen, Lierenfeld und Unterbach, um die sich Gerwald van Leyen kümmern will. Das sind Bauprojekte und Verkehrsprobleme, Barrierefreiheit und das Stadtbild.

Bahn Dreckige S-Bahnhöfe, Dauerkrach am Abstellbahnhof und die Güterbahnstrecke – die Stadtteilpolitik hat schon so manchen Kampf mit der Bahn ausgefochten. Ein Beispiel ist die Erhöhung der Taktung auf der Güterbahnstrecke, die auch durch den Düsseldorfer Osten verläuft. Gerwald van Leyen fürchtet, dass der Bahnübergang „Am Hackenbruch“ in Eller völlig überlastet sein wird, wenn die Taktung auf der Strecke deutlich erhöht wird. Dazu kommt der Wunsch nach Lärmschutz, der aber nur schwer einzufordern ist an einer Bestandsstrecke. „Wir führen immer wieder Gespräche mit der Deutschen Bahn, aber erfahren nur sehr wenig“, sagt der Bezirksbürgermeister. Laut Planung soll sich der Verkehr vervierfachen, „dann wird die Schranke gar nicht mehr aufgehen“, so van Leyen. Auch die beiden S-Bahnhöfe in Eller sind ein Dauerthema. Der in Eller-Mitte ist noch immer nicht barrierefrei, bedauert Dargmar von Dahlen, immerhin kümmere sich die Werbegmeinschaft um die Graffiti im Tunnel in Eller-Süd. Für van Leyen eine „Hinhaltetaktik von Stadtspitze und Bahn“.

Gymnasium statt Hauptschule an der Bernburger Straße Foto: Nicole Kampe
Die Zukunft des Jugendzentrums Bernburger Straße ist unklar Foto: Nicole Kampe
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Jugend Ein großer Sieg war für viele Bezirksvertreter die Entscheidung des Rates, an der Bernburger Straße ein Gymnasium zu eröffnen. „Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche“, nennt es Astrid Bönemann von der SPD, „Kommunalpolitik gegen die Einwohner“, war es für Lutz Pfundner (Die Linke), der sich für den Erhalt der Hauptschule am Standort eingesetzt hat. Ein Sorgenkind im Stadtbezirk befindet sich gleich neben der Schule: Seit vergangenem Sommer ist die Jugendfreizeiteinrichtung geschlossen. „Viele Fragezeichen gibt es“, sagt Gerwald van Leyen, der sich wie Dagmar von Dahlen und die Opposition dafür einsetzen will, dass bald wieder eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche eröffnet. „Gute Jugend- und Präventionsarbeit, auch gegen rechte Tendenzen im Stadtteil, werden immer wichtiger“, findet Bönemann.

In Vennhausen sollen die Stromkästen gestaltet werden Foto: Jürgen Hagendorn

Ideen Herzensangelegenheiten hat die Politik im Stadtbezirk 8 einige, die sie bis zur Kommunalwahl 2020 umsetzen will. Eine vernünftige Planung für barrierefreie Haltestellen in Eller fordern Gerwald van Leyen, Dagmar von Dahlen und Lutz Pfundner, gleichzeitig wünscht sich von Dahlen eine sensiblere Planung für Bauprojekte auf der Gumbertstraße, für die es immer mal wieder umstrittene Ideen gab. Die CDU will auch weiter eng die Bebauung auf dem Gelände an der Ecke Königsberger Straße/Tulpenweg begleiten, die auf viel Kritik in Lierenfeld gestoßen ist. Bei Petra Reidt-Schmidt (SPD) liegt der Schwerpunkt in 2019 auf Vennhausen. Gerne würde sie zum Beispiel in Kooperation mit der Werbegemeinschaft, ähnliche wie es in Eller schon passiert ist, Stromkästen gestalten lassen. Außerdem will sie sich starkmachen für eine vernünftige Radwegeplanung am Kreisverkehr Gubener/Höherhofstraße und gegen den leerstehenden Wohnraum in Vennhausen vorgehen, „die im Eigentum der Städtischen Wohnungsgesellschaft Düsseldorf sind“. Die Wohnungspolitik ist auch für Lutz Pfundner ein wichtiges Thema, „die unerträglichen Mieterhöhungen durch Modernisierungen in Vennhausen zeigen, wie notwendig es ist, gegen Privatisierung auf dem Wohnungsmarkt vorzugehen“.

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