Düsseldorf: Autofahrer rast auf Polizisten zu

Zwei Fälle am Wochenende in Düsseldorf : Autofahrer rasen auf Polizisten zu

Gleich zwei Mal wurden Polizisten am Wochenende von Autofahrern angegriffen. Ein 24-Jähriger ist jetzt in Untersuchungshaft.

Sie sollten kontrolliert werden, doch statt anzuhalten, rasten sie auf Polizisten zu: Gleich zwei Mal haben Autofahrer am Wochenende in Düsseldorf Polizisten auf diese Weise angegriffen. Ein 24-Jähriger sitzt in Untersuchungshaft - wegen versuchten Mordes.

Ein Wohnungsloser, der mit seinem Audi auf einen Polizisten zugehalten hat, der ihn für eine Routinekontrolle stoppen wollte, sitzt seit Sonntag in U-Haft. Der Untersuchungsrichter ist wie die Staatsanwaltschaft zu der Überzeugung gekommen, dass der 24-Jährige den Beamten töten wollte, um einer Strafe wegen Fahrens ohne Führerschein und unter Alkoholeinfluss zu entgehen.

Morgens um sechs hatte die Polizei am Samstagmorgen an der Elisabethstraße routinemäßig Fahrzeuge kontrolliert. Doch als ein Polizist in Leuchtweste dem Audifahrer mit der roten Kelle ein unmissverständliches Zeichen gab, habe der Mann am Steuer Gas gegeben und auf den Beamten zugehalten. Wie die Polizei berichtet, konnte er zwar durch einen beherzten Sprung zur Seite eine Kollision verhindern, wurde aber am Arm gestreift und verletzt.

Den im Ilm-Kreis (Thüringen) zugelassenen Audi, dessen Fahrer zu nächst in Richtung Kniebrücke davongerast war, fand die Polizei bald darauf verlassen an der Kavalleriestraße auf und konnte dank guter Zeugenhinweise den geflüchteten Fahrer beim Ständehaus festnehmen. Der 24-Jährige musste sich nach einem positiven Alkoholtest einer Blutprobe unterziehen und bis zur Vorführung beim Untersuchungsrichter im Gewahrsam der Polizei bleiben.

Zweiter Fall: Mercedes-Fahrer nimmt Polizisten auf die Motorhaube

Dort saß seit dem frühen Sonntagmorgen auch ein 29-jähriger Duisburger und sein 26-jähriger mutmaßlicher Beifahrer. Der 29-Jährige soll kurz nach fünf Uhr auf der Kö beim Ausparken mit einem Mercedes ein anderes Auto beschädigt haben. Das hatte ein Polizeibeamter beobachtet und war auf den Mercedes zugegangen, um den Fahrer an der Weiterfahrt zu hindern. Der aber gab Gas, fuhr auf den Polizisten zu, der erst auf der Motorhaube landete, dann auf die Straße flog und dabei verletzt wurde.

Der Mercedes raste in Richtung Norden davon, verfolgt von einem Streifenwagen. In Höhe der Ausfahrt Kalkum verlor der Fahrer auf der B8 die Kontrolle über die Limousine, die im Grünstreifen landete. Sein Versuch zu Fuß zu flüchten, scheiterte, der Mann, der augenscheinlich unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol stand, wurde unmittelbar danach festgenommen.

Ein 26-Jähriger, der mit ihm geflüchtet war, wurde in einem nahen Waldstück von einem Diensthund gestellt und durch einen Biss an der Gegenwehr gehindert. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Ältere den Wagen gefahren hat und warfen zunächst auch ihm ein versuchtes Tötungsdelikt an ihrem Kollegen vor. Am Montag wurden beide auf freien Fuß gesetzt.

(sg)
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