Flingern: Metro baut dritten Kindergarten

Flingern : Metro baut dritten Kindergarten

Das Unternehmen schafft an seiner Zentrale in Flingern 96 weitere Betreuungsplätze. Sie sollen teilweise auch für Kinder aus der Nachbarschaft zugänglich sein. Die Metro reagiert auf die große Nachfrage unter Mitarbeitern. Auch andere Firmen betreiben inzwischen eigene Einrichtungen.

Die Metro-Gruppe baut an der Konzernzentrale in Flingern einen dritten Betriebskindergarten. In der neuen Einrichtung "Metro-Sternchen III" sollen vom kommenden Jahr an 96 Kinder im Alter von vier Monaten bis sechs Jahren betreut werden, zusätzlich zu den 142, die in den anderen beiden Kindergärten des Unternehmens in der Nachbarschaft bereits untergebracht sind. In der Einrichtung soll es auch Plätze für Kinder aus der Umgebung geben, deren Eltern nicht für die Metro tätig sind.

In den Bau auf dem ehemaligen Gelände des Skulpturen-Gartens investiert das Unternehmen mehr als drei Millionen Euro. Die Metro reagiert mit dem weiteren Kindergarten auf die gestiegene Nachfrage nach ganztägiger Kinderbetreuung unter ihren Mitarbeitern, für die das bestehende Angebot nicht mehr ausreicht. Gestern wurde der Baubeginn mit der symbolischen Grundsteinlegung gefeiert. Geplant ist, dass der Kindergarten im Januar eröffnet wird.

Träger der Einrichtung ist - wie in den beiden anderen Metro-Kindergärten in Flingern - das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das die tägliche Betreuung zwischen 7.30 und 17 Uhr organisieren wird. Der Betrieb wird finanziert durch Beiträge der Eltern, deren Höhe sich nach dem Einkommen richtet, sowie Zuschüsse der Stadt und des Unternehmens. Die Stadt zahlt für den Kindergarten im Jahr etwa 450 000 Euro, außerdem hat sie einmalige Zuschüsse für die Ausstattung in Höhe von etwa 420 000 Euro dazugegeben. Die Metro wird die Einrichtung mit etwa 200 000 Euro pro Jahr unterstützen, von denen Zusatzleistungen finanziert werden, die über das übliche Angebot eines Kindergartens hinausgehen sollen. So werden die Kinder unter anderem zweisprachig auf Deutsch und Englisch betreut. Neben Plätzen für Kinder der Metro-Angestellten, die am Standort Flingern arbeiten, soll es auch zwei Gruppen für Kinder aus dem Bezirk geben, deren Eltern nicht für das Unternehmen tätig sind. Diese sollen denselben Beitrag wie die Metro-Mitarbeiter zahlen.

Eine verlässliche Kinderbetreuung werde immer wichtiger dafür, gute Mitarbeiter zu gewinnen und zu binden, sagt Metro-Personalchefin Claudia Schlossberger. "Viele junge Menschen legen heute einen großen Fokus auf Familie." Die Metro wolle sich auch auf die steigende Zahl von Patchworkfamilien und Alleinerziehenden einstellen. "Da sind Unternehmen gefragt", sagt sie. Die Metro garantiert alleinerziehenden Müttern und Vätern ab 2012 einen Betreuungsplatz für ihre Kinder. Metro-Chef Eckhard Cordes betonte bei der Grundsteinlegung, durch gute Kinderbetreuung schaffe man die Grundlage für mehr Frauen in Führungspositionen.

Die Metro-Gruppe steht mit der Investition in Kinderbetreuung nicht allein: Auch andere Unternehmen in Düsseldorf betreiben inzwischen eigene Einrichtungen, etwa Henkel, Daimler, L?Oreal oder die Stadtverwaltung.

Derzeit gibt es nach Angaben des Düsseldorfer Jugendamts 1124 Plätze in Betriebskindergärten. 422 davon sind öffentlich zugänglich, 702 vorbehalten für Kinder von Unternehmensangehörigen. Die betrieblichen Plätze würden aber zu 60 Prozent von Kindern aus Düsseldorf besucht, sagte der städtische Jugenddezernent Burkhard Hintzsche.

(RP)