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Wehrhahn-Linie: Stadt entschädigt Händler

Wehrhahn-Linie : Stadt entschädigt Händler

Am Wehrhahn sind Geschäftsleute durch den U-Bahn-Bau in Schwierigkeiten. Die Stadt hilft auch mit Vorauszahlungen. Bislang zahlte sie im gesamten Baubereich 1,3 Millionen Euro Entschädigung.

Heute werden die Verantwortlichen der Stadt sowie Händler vom Wehrhahn zu einem Ortstermin zusammenkommen. An der Ecke Am Wehrhahn / Oststraße sollen die Folgen der U-Bahn-Baustelle für die Geschäftsleute in Augenschein genommen werden. Denn seit einigen Wochen werden an dieser Stelle die Auf- und Abgänge für einen der neuen U-Bahnhöfe der Wehrhahn-Linie gebaut. Aus diesem Grund können die Passanten nicht mehr direkt an einer Reihe von Geschäften vorbeigehen. Und dies hat Folgen für die Händler, die über Einbußen klagen. Die Stadt hat deshalb eine Entschädigungsregelung eingeführt, mit der den betroffenen Gewerbetreibenden geholfen werden soll.

"Bei mir ist der Umsatz in den vergangenen Wochen um rund 60 Prozent zurückgegangen", sagt Michael Weigelt. Zusammen mit seiner Schwester betreibt der 25-Jährige am Wehrhahn die Filiale einer Bäckerei-Kette als Geschäftsführer. Für das Geschäft zog das Geschwisterpaar im vergangenen Jahr eigens von Iserlohn nach Düsseldorf. Und obwohl die beiden schon damals um die Baustelle der Wehrhahn-Linie und die damit einhergehenden Einschränkungen wussten, stellten sie sich die Situation nicht so schwer vor, wie sie heute ist. Seit die Vorarbeiten für den U-Bahnhof laufen, ist die Bäckerei nur noch umständlich zu erreichen, da die Fußwege weitläufig um das große Bauloch vor Weigelts Ladenlokal verlaufen. Einige Nachbargeschäfte haben wegen der Baustelle sogar schon komplett geschlossen.

"Wenn unser Vermieter nicht die Miete gesenkt hätte, könnten wir es finanziell auch nicht schaffen", sagt Michael Weigelt, der unter Umständen aber auch von der Stadt Hilfe zu erwarten hat. Seit Beginn der U-Bahn-Bauarbeiten leistete die Stadt Düsseldorf Entschädigungszahlungen in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro. "Dabei prüfen wir jeden Fall individuell", sagt Andrea Blome, Leiterin des städtischen Verkehrsmanagements. Die Regelung sei vor allem für kleine Händler gedacht. Blome: "Dabei sind auch Vorauszahlungen möglich, die nach Ende der Bauarbeiten abgerechnet werden."

Die Höhe der Entschädigungen richtet sich nach einer so genannten Zumutbarkeitsgrenze, die auf der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs beruht. Die Zahlungen sollen nach Einzelfallprüfungen erfolgen sowie vor allem kleinere Geschäftsleute unterstützen. Um Geld von der Stadt zu erhalten, müssen die Händler allerdings ihre Bücher offen legen und Steuererklärungen einreichen. Michael Weigelt und seine Nachbarn hoffen indes noch auf eine andere Hilfe. Weigelt: "Vielleicht ist eine provisorische Brücke über das Bauloch möglich. So kämen die Kunden wieder direkt zu unserem Laden."