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Edel-Warenhaus geplant: Zieht Breuninger in den Kö-Bogen?

Edel-Warenhaus geplant : Zieht Breuninger in den Kö-Bogen?

Heute entscheidet der Planungsausschuss über die veränderte Nutzung der Libeskind-Bauten: Statt auf beide Gebäude verteilt, wird der Einzelhandel ein komplettes Haus belegen. Nach RP-Informationen soll das Stuttgarter Unternehmen Breuninger dort mit einem Edel-Warenhaus einziehen.

Wenn im Herbst 2013 die Kö-Bogen-Bauten auf dem früheren Jan-Wellem-Platz eröffnet werden, könnte Düsseldorf um eine ganz besondere Einkaufs-Attraktion reicher sein: Das östliche der beiden Gebäude, die nach einem Entwurf von Daniel Libeskind entstehen, soll zu einem Warenhaus auf Augenhöhe mit den Edel-Häusern Harrods in London und Galeries Lafayette in Paris werden.

Foto: centertv

Nach Informationen der Rheinischen Post soll hinter dem Edel-Konzept das Stuttgarter Unternehmen E. Breuninger GmbH stehen, das neben dem hochwertigen Zentralhaus in der baden-württembergischen Landeshauptstadt weitere neun Häuser in Deutschland betreibt. Zum Sortiment mit Schwerpunkt Textil gehören auch hochpreisige Marken wie Chloé, Dior, Gucci und Yves Saint Laurent.

Foto: centertv

Mit seinem "Shop in Shop"-Prinzip (viele Marken mit eigenen Bereichen unter einem Dach) will Breuninger diesmal gut informierten Kreisen zufolge Maßstäbe setzen: Allein für Schuhe sei eine Fläche von 2500 Quadratmetern vorgesehen, außerdem eine Edel-Sportabteilung und eine nicht minder edle Gastronomie, die Breuninger auch selbst betreiben wolle.

Foto: centertv

Heiße Phase der Verhandlungen

Offiziell bestätigen will derzeit niemand das Interesse der Stuttgarter. Die Verhandlungen seien in einer zu heißen Phase, heißt es. "Zu Miet- und Vertragsverhandlungen nehmen wir keine Stellung", sagte Stefan Mühling, Chef des Kö-Bogen-Entwicklers "Die Developer". Ein Breuninger-Sprecher betonte, der neue Standort sei reine Spekulation, räumte jedoch ein, "dass wir uns vorstellen können, zu expandieren". Dabei sei auch Düsseldorf interessant. Ähnlich hatte sich 2010 Willem G. van Agtmael, geschäftsführende Gesellschafter des Unternehmens, in der Wirtschaftswoche geäußert: "Frankfurt, Hamburg, München und Hannover, aber auch Köln und Düsseldorf würden uns sicherlich gut vertragen."

Eine der Bedingungen ist bei den Verhandlungen offenbar, dass das östliche der beiden Libeskind-Häuser komplett für Einzelhandel und Gastronomie genutzt werden kann. Vorgesehen sind dafür 19 000 der insgesamt rund 40 000 Quadratmeter Geschossfläche der beiden Gebäude. Nach geltendem Bebauungsplan soll sich der Einzelhandel auf die unteren Etagen beider Häuser verteilen, der Rest als Büros genutzt werden. Der Planungsausschuss wird heute über eine Änderung entscheiden: Demnach soll Einzelhandel auch in der der dritten Etage und im Untergeschoss möglich sein. Zudem soll der Lichthof statt im dritten erst im vierten Obergeschoss beginnen, damit zusätzliche Flächen nutzbar werden. Es gilt als sicher, dass es dafür eine Mehrheit geben wird.

In Düsseldorf war Breuninger bereits aktiv: 1987 hatte das schwäbische Traditions-Unternehmen das 1853 gegründete Modehaus Heinemann an der Königsallee übernommen und fast zehn Jahre lang unter altem Namen weitergeführt. Ende 2006 wurde Heinemann geschlossen, ein paar Monate später wurde das Gebäude abgerissen. Inzwischen befindet sich dort ein Neubau mit Escada und der Mayerschen Buchhandlung. Aus Stuttgart hieß es damals, dass das Breuninger-Konzept auf der geringen Fläche an der Kö (2000 Quadratmeter) nicht umsetzbar sei, notwendig seien mindestens 10 000 Quadratmeter. Im Kö-Bogen wären es fast doppelt so viel — bei weiterhin feiner Adresse: Königsallee 2.

(RP)