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DHC Rheinland: Handball: DHC reist mit zehn Mann nach Lemgo

DHC Rheinland : Handball: DHC reist mit zehn Mann nach Lemgo

Irgendwie tröstlich, dass der Abstieg des DHC Rheinland ohnehin besiegelt ist. Denn auf der Zielgeraden der Saison schlägt das Verletzungspech noch einmal heftig zu beim Handball-Bundesligisten, der die Reise zum morgigen Auswärtsspiel beim TBV Lemgo (19 Uhr, Lipperlandhalle) mit nur zehn Mann antreten kann.

Grund sind die Verletzungen, die sich Daniel Wernig und Sebastian Linder im Training zuzogen: Der Rechtsaußen, mit 71 Treffern zweitbester Feldtorschütze hinter Kentin Mahé (83), fällt mit einem Muskelabriss im Beckenbereich möglicherweise bis zum Saisonende aus. Beim Kreisläufer (Kapselverletzung im Sprunggelenk) hofft Trainer Kai Wandschneider, dass er im nächsten Heimspiel gegen Balingen (21. April) wieder zur Verfügung steht. Auffüllen kann er den Kader morgen nicht, da die A-Jugend des TSV Bayer, die zuletzt Johannes Clausing und Dennis Szczesny an die Erstvertretung abtrat, am Wochenende im Halbfinale um die Westdeutsche Meisterschaft aufläuft.

Doch Jammern haben sich die Dormagener schon lange abgewöhnt, auch wenn Wandschneider sagt: "Beide Ausfälle treffen uns hart, weil die Alternativen fehlen." Schließlich stehen nach den Abgängen von Nippes, Sigtryggsson und Sveinsson ohnehin nur noch drei Linkshänder im Kader. Und am Kreis hat er wegen der langwierigen Fußverletzung von Oliver Tesch in Michael Wittig auch nur einen Ersatzmann – wenigstens gut, dass der 21-Jährige gegen Friesenheim ein überzeugendes Spiel machte.

"In Lemgo haben wir immer gut ausgesehen", schöpft Wandschneider mit Blick auf die Statistik Hoffnung, dass dem dezimierten DHC morgen ein Debakel erspart bleibt. Wobei er hofft, dass die Signale, die Insolvenzverwalter Dirk Andres am Mittwoch aussendete, tatsächlich dazu führen, dass der DHC die Saison zu Ende spielen kann. "Es macht nämlich immer noch Spaß", sagt Wandschneider, "und ich möchte den anderen nur ungerne Punkte schenken."

Vor allem der TSG Friesenheim nicht, "so wie die bei uns aufgetreten sind. Solche Brutalität wie von Christian Dissinger habe ich selten erlebt", sagt der DHC-Trainer mit Blick auf den "doppelten Faustschlag", mit dem der Junioren-Nationalspieler Fabian Böhm niederstreckte. Da es die Schiedsrichter jedoch bei einer "normalen" Roten Karte (ohne Zusatzbericht) beließen, kommt Dissinger sogar ohne Sperre davon. Weil die Friesenheimer beide Spiele gegen Dormagen verloren, würden sie von einem vorzeitigen Rückzug am meisten profitieren. Spielt der DHC die Saison zu Ende und schiebt sich bis auf den drittletzten Tabellenplatz vor, müssten sogar beide hinter ihm platzierten Teams absteigen.

(NGZ)