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DHC Rheinland: Dormagens Spieler geben die richtige Antwort

DHC Rheinland : Dormagens Spieler geben die richtige Antwort

Der DHC Rheinland lebt - und wie: Am Tag, als der Handballhimmel über Dormagen sich immer weiter verfinsterte, feierte das Schlusslicht seinen fünften Saisonsieg. Und das mit dem 30:26 (Halbzeit 16:10) über die nach dieser Niederlage immer tiefer in den Abstiegssumpf rutschende TSG Friesenheim vollauf verdient.

Denn so lange die Kräfte reichten, waren die Hausherren den Ludwigshafenern eindeutig überlegen. Erst als das Spiel immer härter wurde - unschöner Höhepunkt war ein hässliches Foul von Chistian Dissinger an Fabian Böhm, das die Unparteiischen Colin Hartmann/Stefan Schneider (Magdeburg/Irxleben) völlig zu Recht mit der Roten Karte für den bis dahin erfolgreichsten Torschützen der Gäste ahndeten (38.) - witterten die Friesenheimer ihre Chance und verkürzten den zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Vorsprung des DHC bis auf drei Treffer (19:22, 49.).

Doch dann kam sie wieder zum Tragen, jene schier unglaubliche Moral, mit der die Dormagener bisher alle Nackenschläge dieser Saison weggesteckt haben: Mit Kampf, einer starken Abwehr und einem erneut in Klasseform haltenden Jens Vortmann (15 Paraden) zwischen den Pfosten verteidigten sie ihren Vorsprung bis zum Schluss, ließen sich auch von der immer offensiveren Deckung der Gäste nicht aus dem Konzept bringen.

Frenetisch angefeuert von den 2214 Zuschauern, die "ihren" DHC immer wieder mit stehenden Ovationen feierten, bauten die Hausherren ihre Führung wieder auf 25:20 (51.) und 26:21 (53.) aus. Friesenheim kam zwar noch einmal näher, doch weil der ansonsten selten eingesetzte Michael Wittig ("unser Matchwinner", so Trainer Kai Wandschneider) gleich drei Mal die Anspiele an den Kreis verwertete, ging der Rest der Partie im Jubel des Dormagener Anhangs unter. Ungeachtet aller finanziellen Problemen und Unsicherheiten über die Zukunft sangen sie am Ende sogar "Oh wie ist das schön" und feierten Spieler und Sieg mit der obligatorischen Humba. "Wir haben gekämpft bis zur letzten Sekunde, mussten das aber auch, weil Friesenheim sich nie aufgegeben hat", fasste Wandschneider einen denkwürdigen Handballabend zusammen. Wie viele von dieser Sorte es noch geben wird, ist seit gestern jedoch fraglicher denn je.

(NGZ)