DHC Rheinland : Sponsoren stehen zum DHC

Von der Handball-Bundesliga gibt's in Sachen Lizenzierung nichts Neues, doch Insolvenzverwalter Dirk Andres geht nach Gesprächen mit Sponsoren davon aus, dass der DHC Rheinland die Saison zu Ende spielen kann.

Als vergangenen Freitag – am Tag der Eröffnung des Insolvenzverfahrens – bekannt wurde, dass die Lizenzierungskommission der Handball-Bundesliga (HBL) offenbar dahin tendiert, dem DHC Rheinland keine Lizenz für die nächste Saison in der 2. Bundesliga zu erteilen, hatte Insolvenzverwalter Dirk Andres für die laufende Spielzeit schwarz gesehen. Schließlich hatten Sponsoren ihre finanziellen Zusagen für das Rettungspaket in Höhe von 200.000 Euro gleich nach Bekanntwerden der Neuigkeit zurückgezogen. Doch seit gestern verbreitet Andres wieder Optimismus. Er geht davon aus, dass die aktuelle Bundesliga-Saison zu Ende gespielt werden kann.

"Ich habe noch einmal das Gespräch mit allen Sponsoren gesucht und ihnen die Lage genau erklärt. Das einhellige Feedback war, dass alle trotz der Unklarheiten hinter ihren Zusagen an den DHC stehen", erklärte Andres gestern und fügte hinzu: "Ich bin guter Dinge, dass der DHC die Saison wie geplant zu Ende spielen wird."

Eine gute Nachricht für alle, die sich seit dem Bekanntwerden der finanziellen Nöte mit Nachdruck für den Erhalt des Handball-Standorts eingesetzt haben. Dazu gehört neben den Vereinsverantwortlichen, den Sponsoren und den Fans mit ihren Spendenaktionen auch die Politik auf unterschiedlichen Ebenen.

Offiziell eingeschaltet hat sich jetzt auch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (CDU) mit einem Brief an Frank Bohmann, HBL-Geschäftsführer und Mitglied der Lizenzierungskommission. Darin bringt er sein Unverständnis über das Verhalten der HBL zum Ausdruck und weist noch einmal auf die vorbildliche Nachwuchsarbeit und die große Unterstützung für den DHC aus dem gesamten Rhein-Kreis hin. "Ich gehe davon aus, dass damit die Insolvenz abgewendet werden kann und der Spielbetrieb für die 2. Liga gesichert ist."

Mit Bezug auf den vermeintlichen Knackpunkt im Lizenzierungsverfahren, nämlich, dass der DHC weiterhin als wirtschaftlicher Träger auftreten will, schreibt Petrauschke: "Bei anderen Vereinen werden einfach neue juristische Personen gegründet. Anders als beim DHC wird dabei auf Jugendarbeit kein großer Wert gelegt. Das ist hier völlig anders."

Die HBL wird in ihrer nächsten Sitzung am Montag darüber beraten, ob der DHC eine Zweitliga-Lizenz erhält. Geschäftsführer Frank Bohmann erklärte gestern in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung, warum sich die DHL mit der Berücksichtigung der voraussichtlichen Sanierung des DHC so schwer tut: "Wir müssen ja vorher entscheiden und zu diesem Zeitpunkt bewerten wir nun mal ein insolventes Unternehmen und können da keine Sonderregelung gewähren."

Eine Sonderregelung strebt der DHC allerdings auch nicht an, Andres hat der HBL gestern noch einmal die wirtschaftliche Situation schriftlich dezidiert dargelegt: "Und ich möchte behaupten, dass wir leistungsfähiger als viele andere Bundesliga-Vereine sind."

(NGZ)