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Dormagen: Stadt rüstet fürs Altern auf

Dormagen : Stadt rüstet fürs Altern auf

Im Jahr 2030 wird jeder dritte Dormagener über 65 Jahre alt sein. Eine Entwicklung, die nicht ohne Folgen bleibt. Der Stadtrat soll nun überlegen, wie Dormagen in Zukunft aufgestellt sein muss. Senioren rücken in den Fokus.

Flache Bordsteine prägen ganze Straßenzüge. Mit dem Rollator einkaufen zu gehen, ist kein Problem mehr. Wer erschöpft ist, lässt sich auf einer der erhöhten Parkbänke nieder, die in allen Stadtteilen zu finden sind. Fußläufig sind viele Geschäfte zu erreichen. Wo dies nicht möglich ist, verkehrt der Stadtbus mit absenkbaren Fahrzeugen – Dormagen im Jahr 2030. Jeder dritte Bürger wird dann 65 Jahre alt sein. Eine Prognose, mit der sich Verwaltung und Stadtrat nach der Sommerpause intensiv beschäftigen wollen.

60 000 Einwohner wird es in Dormagen in Zukunft wohl eher nicht mehr geben. "Infolge der niedrigen Geburtenrate werden die Bürger im Laufe der Jahre immer weniger", erklärt Detlev Falke. Im Auftrag der Stadt Dormagen hat er eine umfassende Bevölkerungsprognose bis zum Jahr 2030 erstellt. Demnach wird sich das Durchschnittsalter von aktuell 42,8 auf 48 Jahre steigern. "Der demografische Wandel wird für uns das alles beherrschende Thema der nächsten Jahrzehnte sein", macht Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann deutlich. Dormagen müsse sich in allen Lebensbereichen auf Veränderungen einstellen – von Wohnen und Arbeiten über die soziale und gesundheitliche Infrastruktur bis hin zu Kultur und Bildung. Immer weniger Junge, immer mehr Alte: "Eine Patentlösung dafür gibt es bisher nicht", so Hoffmann. Es sei Aufgabe des Stadtrates, sich nach der Sommerpause mit dem Thema zu befassen. Dann müsste nach und nach überlegt werden, wie man der Veränderung innerhalb der Gesellschaft begegne – und das auf langfristige Sicht hin. Ein erster Schritt könnte sein, "einen Demografie-Ausschuss zu bilden", meint Erster Beigeordneter Ulrich Cyprian.

Laut Falke sei bereits jetzt klar, dass sich die Bevölkerung in den einzelnen Stadtteilen unterschiedlich entwickelt. So werde Horrem nur marginal kleiner. "Das liegt am hohen Mieteranteil. Sicher ist dort die Fluktuation groß, doch es kommen immer neue Mieter nach", erklärt Falke. In Stadtteilen wie Straberg, in denen es viele Eigenheime und wenig wohnortnahe Versorgung gibt, "entwickelt sich die Einwohnerzahl stark nach unten", ergänzt er. Bis 2025 werden dann wohl rund 200 Bürger weniger im Walddorf wohnen. "Natürlich sind das nur Prognosen", meint Falke. Sicher ist, das sich was verändert.

(NGZ)