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Seifenlauge auf A57 bei Dormagen: Weitere Untersuchungen nach langer Sperrung

Verkehrsprobleme bei Dormagen : Seife auf der A57: Fahrbahncheck ist erforderlich

Der schmierige Stoff musste extrem aufwendig entfernt werden. Zwischen Neuss-Süd und Worringen gilt in Fahrtrichtung Köln bei Regen vorerst Tempo 60. Weitere Untersuchungen der Fahrbahn sind nötig.

Das Unglück muss schon im Laufe des Mittwochs seinen Lauf genommen haben. Da hatte am Abend gegen 21.30 Uhr auf der Autobahn 57 bei Dormagen ein Autofahrer auf spiegelglatter Fahrbahn einen Unfall verursacht, bei dem zum Glück niemand verletzt worden war. Die Polizei war bei der Unfallaufnahme indes darauf aufmerksam geworden, dass die Fahrbahn in Richtung Köln mit glitschiger Seifenlauge verunreinigt worden war. Durch wen, konnte zunächst nicht festgestellt werden. Die Auswirkungen freilich waren erheblich. Um weitere Kollisionen zu verhindern, sperrten die Beamten die A 57 zwischen Neuss-Süd und Köln-Nord in Richtung Köln noch in der Nacht. Und weil die Säuberung extrem aufwendig war, hatte die Sperrung bis zum Donnerstagabend Bestand. Erst nach fast 24 Stunden konnte die Autobahn wieder freigegeben werden.

Die Seifenlauge habe sich auf einer Strecke von mehr als zehn Kilometern auf ganzer Breite der Fahrbahnen verteilt, berichtete Sabrina Kieback, Sprecherin des Landesbetriebs Straßen NRW, am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion. Und nicht nur das: Der nächtliche Regen und der grobporige Asphalt in dem betroffenen Bereich hatten es begünstigt, dass die Seifenlauge tief in die Fahrbahn eindringen konnte. Was das bedeutete, erklärte Kieback so: „Es reicht nicht, wenn die Reinigungsfahrzeuge da einmal drüber fahren, sie müssen zwei bis drei Mal eingesetzt werden.“ Das dauert, zumal die Fahrzeuge, die ähnlich aussehen wie Kehrmaschinen, nur sehr langsam fahren. Sie werden auch zur Beseitigung von Ölspuren und anderen Schmier- und Kraftstoffen verwendet. „In einer Stunde schaffen sie einen Abschnitt von circa 500 bis 600 Metern“, erläuterte Kieback. Gereinigt wird unter Hochdruck mit heißem Wasser. Weil die Wasservorräte der Maschinen begrenzt sind und bei längeren Einsätzen immer wieder aufgefüllt werden müssen, hatte Straßen NRW dafür gesorgt, dass auch ein Tankwagen zur Verfügung stand. Dadurch konnte das „Nachfüllen“ beschleunigt werden. Nach der Säuberung soll die Autobahn nächste Woche auf Griffigkeit geprüft werden, Die Höchstgeschwindigkeit bei Nässe setzte Straßen NRW vorerst auf 60 Stundenkilometer herunter.

Auf der Bundesstraße 9 von Neuss in Richtung Köln staute sich der Verkehr stark; in anderen Bereichen Dormagens war die Lage entspannter. Foto: Georg Salzburg(salz)

Grundsätzlich hat Straßen NRW zur Beseitigung von Fahrbahnverunreinigungen einen Vertrag über einen längeren Zeitraum mit einer Spezialfirma. Doch auch die hat nur eine begrenzte Anzahl an Säuberungsfahrzeugen zur Verfügung. Ist der verschmutzte Bereich so groß wie am Mittwoch/Donnerstag auf der A 57, muss Verstärkung her. Die wurde auch geordert: Letztendlich waren bis zu fünf Fachunternehmen im Einsatz, mit bis zu zwölf Spezialfahrzeugen. Unter den Firmen war die Viersener Bröker GmbH, die auch einen Standort in Neuss hat und zu deren Arbeitsfeldern neben Abschleppdiensten und anderen Leistungen auch die Verkehrsflächenreinigung gehört. Vertreten war auch die Eures Reinigungs- und Sanierungstechnik GmbH aus Zülpich; selbst aus Koblenz wurde ein Unternehmen hinzugezogen.

Die Polizei hatte Autofahrer, insbesondere den Schwerlastverkehr, bereits am frühen Donnerstagmorgen gebeten, den gesperrten Bereich großräumig zu umfahren und mit massiven Verkehrsbehinderungen auch auf den Umgehungsstrecken gerechnet. Das bewahrheitete sich im Berufsverkehr. Der WDR meldete gegen 9 Uhr diverse Staus. Gegen 11 Uhr waren allerdings weder in Dormagen, noch im Umfeld der Anschlussstelle Köln-Worringen größere Behinderungen festzustellen; lediglich auf der Bundesstraße 9 aus Richtung Neuss gab es noch Stockungen, die sich am Nachmittag wieder verschärften. Auf der B 59 zwischen Rommerskirchen und Pulheim war der Verkehr am Mittag unauffällig, wie eine Stichprobe ergab. Möglicherweise wirkten sich die Herbstferien situationsentlastend aus. Viele Pendler sind wohl außer Landes.